Freitag, 7. Juni 2013

Ich werde nie verstehen, dass ich in einer Familie aufgewachsen bin, in der man sich entweder nicht geliebt hat oder nicht in der Lage war, dem anderen diese Liebe zu zeigen. Ich wüsste nicht einmal, welcher Fall hier zutrifft. Zwischen uns spielte sich immer nur purer Hass und Wut ab, welcher auf mich abgespielt wurde. Der Alltag wurde zu meiner Kindheit. Bis noch vor ungefähr einem Jahr. Dann verschlechterte sich noch alles mehr. Und siehe da: Kaum kann ich es erwarten hier fort zu kommen.

Oft kann ich mich noch venebelt, wie eine milchig angelaufene Scheibe, die mein graues Antlitz verzerrt, an die grausamen Momente erinnern, wo meine Mutter ihre Gefühle in Form von Gewalt an mir ausließ. Mein Schreien und Heulen, meine Schmerzen und mein Vater der mich zwar in den Schutz genommen hat aber immer dann geflüchtet ist, wenn ich ihn am meisten brauchte. Manchmal habe ich angst, ich bedeute selbst ihm nichts. Fragt mich, ob ich meine Eltern liebe und ich kann euch auch das nicht sagen. Fragt mich, ob ich diese Menschen einmal geliebt habe und ich kann euch sagen, dass es vielleicht in meiner Kindheit einmal der Fall war. Wachst in einer Familie auf, die euch emotional verhungern lässt und ihr versteht, was ich meine. Mit großer Wahrscheinlichkeit weiß ich nicht einmal, was Liebe wirklich ist. Ich lebe ohne damit. Wie sollte ich es auch wissen, wenn ich ohne Liebe aufgewachsen bin? Ich sehe beinahe täglich in unseren Medikamentenschrank, starre auf die stärksten Schmerztabletten die wir besitzen und denke mir, dass, wenn ich ein paar davon hintereinander schlucken würde, wieder alles in Ordnung sein könnte, weil ich dann die Schmerzen nicht mehr spüren würde.. oder ich bereits tot wäre. Ich sehe in eine Schublade, in deren wir die schärfsten Messer haben und denke daran, mir die Pulsader aufzuschneiden. Ich lebe mit diesen Gedanken und auch wenn ich sie viel lieber ausleben möchte ist es noch okay, wenn auch unerträglich.

setyourpridetotheside:

. | via Tumblr on We Heart It - http://weheartit.com/entry/61147859/via/Love_Like_Woe
Hearted from: http://primadonnabitch69.tumblr.com/post/50005791631

Das mit Freundschaften ist immer so ein Ding ...und bei mir scheint es ein ding des unmöglichem.
Eine gute Freundin/ Leidensgenossin seit dem Kindergarten meinte einst zu mir: Freundschaft sollte nicht nur über facebook, per sms, whatsapp, etc. festgehalten werden. Sicher gibt es Phasen in denen man nicht so viel miteinader zu tun hat, weil einen das Leben völlig einnimmt. Aber wenn diese Phase länger andauert solltest du dir Gedanken machen, ob so eine Freundschaft funktioniert. Die Leute die dich mögen, du ihnen wichtig bist bemühen sich wenigstens diese Freundschaft im richtigen Leben festzuhalten, dich zu trösten, dich zum lachen bringen, egal was zwischen euch steht. Alles andere ist nicht echt.

Und wisst ihr was? Sie hat verdammt recht damit. In den 14 Jahren in denen ich sie so gut wie niemand anderes kenne, aber sie trotzdem gerade mal das nötigste von mir weiß, ist es einer der wenigsten Dinge in denen wir uns völlig einig sind. 14 Jahre in denen wir fast jeden Tag zusammen in der Schule und Kindergarten verbracht haben sind eine verdammt lange Zeit. Man sollte meinen wir sind die besten Freunde. Nun, ihr dürft lachen: Selbst nach so langer Zeit, kann und werde ich ihr auch nie Vertrauen. Sie gab mir auch nie einen Anlass dazu. Ich kann mit ihr zwar über alles reden, doch ich gehe meist nur bis zu einem gewissen persönlichen Punkt. Dann ist Schluss. Ich mache dicht ohne, dass ich es bemerke. Doch ihre Aussage hat mir vor wenigen Tagen bewusst die Augen geöffnet über die Menschen die ich einst noch von ganzen Herzen geliebt habe und nun erkennen musste, dass es eigentlich alles nur ein Witz war, ich für diese Menschen ein verdammter Witz war und nun eigentlich wieder von null anfangen muss. Erneut alleine dastehe, mich durchkämpfen. Alles was ich je wollte ist ein wenig Unterstützung, zuspruch, geborgenheit, gemeinsame freude und die Tatsache, dass es Menschen gibt die mich mögen wie ich bin, wichtig zu sein. Und selbst daran bin ich gescheitert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen