Donnerstag, 5. Dezember 2013

"Wie geht es ihm?"
"Wie lange noch?"
"Leidet er sehr?"

Schwer lag es mir auf der Zunge. Das alles. Am Ansatz des Abgrundes meinen Mund zu verlassen, diese alles vernichtende Frage zu stellen. Oma weiß bestimmt mehr. Eine trostlose feststellung. Die Worte sind allerdings nie geboren worden. Habe sie wieder runter geschluckt aus furcht, eher sie geboren hätten können. Was für eine blöde Frage. Wie es einem nun einmal so geht, zerfrisst der Krebs die Lunge und die Chemo schlägt nicht an. Doch diese Ungewissheit, angst um meine Familie, angst vor Verlust und trauer, ist schlimmer als alle Wahrheit der Welt. Wie soll ich lachen, wie soll ich fröhlich sein und mich gehen lassen, wenn diese eine furcht den Moment bestimmt? Ich muss die Kraft haben, um es zumindest zu versuchen. Das Schulde ich ihm.

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