Donnerstag, 19. Juni 2014

Engel der Zeitlosigkeit

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Ich halte eine Rose in der Hand, die grau ist wie der Himmel. Grau, wie aufsteigender Zigarettenrauch, der jegliches Leben ausglühen lässt, vernichtet. Träume sind im Lachen versiegt, bis zum affektiven Tod.
Ich glaube, wenn man von niemandem Akzeptiert wird, und nur Hass zu spüren kriegt,fängt man an, dass Wahre Selbst zu verdrängen und den anderen Vorzuspielen, was sie sehen wollen. Ich lüge, wenn ich behaupte, ich erkenne mich selbst nicht mehr, denn eigentlich erkenne ich mich in all diesen Handlungen vollends wieder und beginne an diesen auch nicht taumelnt zu weichen.
 Ich weiß nun, was ich will, komme allerdings selten damit klar meiner kruden Logik den Kriegspfad weiterhin zu weisen. Ich träume von einer Antwort, während in meinen Kopf auf meine Hände stütze. Zu lastend und unausgeglichen klebt er an mir. Ich werde allen mit stummen Worten von meinem wundertollem repräsentativem Leben erzählen. Und all das, was ich war, all das, was ich je werde, zerfällt am Ende sowieso.
Bin aufgewacht und fühle mich dennoch wie im Traum. Atme lebendig und fühle mich dennoch Tod bis auf meine jungen Knochen. Nichts ist, wie es scheint. Bräuchte so dringend, nach all den Jahren, jemanden der mich versteht. Ich habe das Gefühl, ich rede an allen vorbei und verschlinge mich nur noch mehr in sich verdrehende widersprüche. Bin selbst zu einfallslos, um richtig Atem zu schnappen oder meine Gefühle ich Worte zu fassen, ohne betrunken durch die Nacht zu kriechen, den traurigen Sommertag verschlafen. Wo ist der Zauber von damals hin? Abgelöst von Alkohol. Mein Leben erscheint mir fadenscheinig verstreicht man das ganze Glitzer, das ich selbst mit eleganten, rostigen Handbewegungen gestreut habe.
Die Fliege an der Wand ist eigentlich ein schwebendes Monster, das mir mit seinem Rüssel das Blut aus den Adern saugen will. So wirkt die Realität unreal. Vier Tage lang hatte ich immer wieder denselben Alptraum. Ein unerklärliches Muster, welches sich scheinbar nicht erklären lässt. Ich habe von ihm geträumt und es wahrlich ein Alptraum. Klar und deutlich sah ich seinen verkrümten Körper an der Unfallstelle vor mir, das Blut. Jeder blick ins starre, blasse, leere ohne jegliche Emotionen Gesicht war wie ein heftiger Schlag in den Magen. Seine leeren Augen raubten mir den Verstand, schnüren meine Kehle zu, nehmen mir jeden Halt. Seine blauen Augen sind in den Himmel gerichtet, der Ausdruck schmerzlich und leer, in seinem Gesicht klebt Blut. Alles verzerrt, ich erinnere mich nicht mehr weiter und wenn ich es versuche bekomme ich unfassbare Kopfschmerzen, dass es das nagende Gefühl in mir auslöst meinen Schädel gegen die Wand zu hämmern, damit ich diesen Schmerz durch erneuten auslöschen kann. Ich stand mit der Morgendämmer auf, mit einem miesen Gefühl im Magen, das mich erdrücken zu drohte. Die Träume haben mir dermaßen zugesetzt, wobei ich noch nicht einmal die eigentliche Handlung weiß. Ich weiß nur, dass dieses beinahe undefinierbares Gefühl verschwinden soll. So schnell wie möglich, bevor ich auf den knallharten Boden aufknalle. Es macht mich wahnsinnig, nichts dagegen tun zu können. Selbst 364 verdammte Tage nach seinem tot.



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