Sonntag, 7. Dezember 2014

surreale gegenwart

Leave without bloodshed | by graeme


"Ich verstehe nicht, weshalb du diese Menschen immer noch als beste Freunde bezeichnest."

"Hör auf! Ich mag es nicht, Freundschaften definieren zu müssen, geschweigenden Menschen. Es ist alles was mir im Moment noch bleibt, was ich möchte und ohne das ich niemals wieder kann. Du solltest das alles erst einmal mit deinen eigenen Augen sehen."

"Ich verstehe dich. Dein Lächeln im Moment sagt alles. Aber dann sag mir wenigstens, weshalb dieses verhalten, diese Stille zwischen euch?"

"... sag du es mir?"

Die Antwort darauf war leicht. Menschen verletzten ist leicht. Schweigen noch leichter. 


Ich bin wütend. Wütend weil sich seit damals mein gesamter Alltag unwiderruflich verändert hat. Und ich bin wütend, dass sich zwischen uns alles verändert hat, es Nachwehen mit sich zieht, die ich erhofft habe niemals spüren zu müssen oder eben längst verstummt sein hätten müssen. Ich vermisse diese Leichtigkeit, die wir miteinander hatten. Es fiel mir so schwer mich damit auseinanderzusetzen was passiert ist und es fällt mir auch heute noch schwer zu begreifen, was es aus unserer Freundschaft gemacht hat. Ich weiß es, jedoch sind wissen und begreifen ein nicht zusammenfallender unterschied. Alles Nebensächliche spielt überhaupt keine Rolle. Wenn etwas nicht sein soll, ist es das Zeichen, das etwas Besseres auf einen wartet. Und der Beweis sitzt in diesem Moment neben mir, auf seinen Schoß, eine wunderschöne schwarze Akustik Gitarre, die ebenso seine gesamte Schönheit widerspiegelt. Die einzelnen gezupften Töne hinterlassen einen warmen Punkt in mir, wärmen meine Hände, die eiskalt auf meinen Knien liegen.
Ich bin noch nicht einmal wütend auf dich gewesen oder habe dich dafür verantwortlich gemacht. Ich bin wütend auf mich, selbst nach so langer Zeit, Vertrauen Geschenkt zu haben, Hoffnung auf Verständnis und beides wieder verloren zu haben. Da ist ein Riss in meiner Seele. Ihr denkt es sei ein Lächeln.

"Es tut mir so unendlich Leid für dich."

Mir auch. Glaub mir... mir auch.

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