Samstag, 16. August 2014

Better pray for hell, not hallelujah





Musik die Freundschaften knüpft und Fremde zusammenführt, uns die Schönheit der Gemeinschaft offenbart.  Wie viel es mir bedeutet hat, mit all diesen wundervollen Leuten meinesgleichens in der vordersten Reihe, diese Talentierten Menschen auf der Bühne sehen zu dürfen, jedes einzelene Wort mit ihm mitzusingen, seine wenigen aber wahren Worte geprägt mit warmer, schattenloser und voller klangfarberner intensität seiner Stimme aufzusaugen, als eines von so vielen Geschöpfen der Nacht, hinauf blicken zu den schwarzen Gestalten, die nur wenige unereichbare Meter entfernt standen. Eine verdammte Ehre seine einzigartige Stimme live erleben zu dürfen, nach all den Jahren ehrlicher aber stiller Bewunderung seiner volle Präsens. Das geschehen auf der Bühne hatte etwas Lebendiges an sich, trotz der liebenvollen Schwärze in den Melodien der schwellenzeit im schlagschatten der Nacht.  Das laute, rhythmische Wummern der Musik ließ mein Inneres beben. Die Musik ist eine grenzelose Kunst, sie schließt niemanden aus, sondern lädt auch uns ein, unsere Stimmen zu erheben. Die Töne schienen ewig in der Luft nachzuhängen. Immer noch hielt ich die Augen geschlossen, ohne den Willen sie wieder zu öffnen.
Und genau seine Musik, dieses vergangene Wochenende hat mir in den letzten Tagen so viel neue Selbsterkenntnis gegeben. Ein kurzes Bremslicht voller zuversicht.


Und als es Creme milchblumen verzehrt, kreiden weis und schwarz um mich herum wurde, während dieses denkwürdigen Momentes (hahah Kreislaufkollaps badumm *Kopfschuss* Krankenwagen, Flüssigkeitsmangel bla bla blaaah,) verblieb einer meiner letzten Gedanken:

"Wenn ich für die Musik lebe, dann kann ich genauso gut für sie sterben."

Und das meine ich auch heute noch so.

Aber jetzt mal genug mit dem gelaber. Fucking GOD!!! Marilyn Manson live gesehen!!! (lol...trotz krankenwagen) Jetzt hab ich alles gesehen, erlebt und gehört. Von mir aus, dürfte ich sterben und das an meinem 18. Geburtstag, ich wäre nicht unglücklich darüber. Im Gegenteil. Aber was ändert sich schon mit diesem heutigen Tag? Außer dass ich keine Zigaretten mehr zu schnurren brauche und mir dabei wie der letzte vollIdiot vor komme. Alles was ich nun legal machen dürfte, habe ich die letzten Jahre schon Illegal gemacht. Die ganze Pallette von A-Z. Gestern Nacht, kurz nach Mitternacht, (nachdem meine absichten defintiv voll voll in die volljährigkeit zu starten gescheitert sind, weil der edle Wein nur Müde aber nicht sonderlich berauschend war) konnte ich dann auch noch den Punkt "aus dem Fenster türmen" von meiner to do liste abhacken. Meine überaus wert geschätzte, religiöse fanatische Mutter, hielt es für angebracht, mich mit meinen frisch gebackenen 18 Jahren tatsächlich noch in meinem eigenen Haus einzusperren. Da hatte selbst Ted Bundy im Todestrakt mehr freiheiten, als ich in diesem Moment. Alle schlüssel zur Haus - und Hintertür waren plötzlich verschwunden und die Türen allesamt verriegelt. Ich stand nur bescheuert mit offenen Mund und pochender Stirn vor dem Hinderniss und bereute es deutlich, den Kuchen nicht vergifftet zu haben, als ich noch Minderjährig war. Zumindest wäre dann die Strafe milder ausgefallen. Ich fühlte mich vollkommen isoliert von dem Rest der Welt. Ich wandt mich einfach nur meinen Gedanken zu und schmiedete Fluchtpläne. Fenster sei dank!!! Welch Ironie zur angeblichen Freiheit als Volljährige. Relativ bis unmöglich.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich es meinem Dad zu verdanken hab, nicht mit 11 Jahren auf einem Katholischen Internat gelandet zu sein. Ebenso, dass er meine Mutter vor einer Blutigen Tat bewahrt hat, als raus kam, dass ich aus der Kirche ausgetreten bin und den Religionsunterricht abgewählt habe. Danach musste ich mich zwar von diesen ganzen Religiöse Fanatikern aus meiner Familie (Oma, Tante, Cousine, etc.) ne Predigt anhören, aber diese bin ich nun schon gewöhnt, seit ich ein kleines Kind bin. Baaah!! Selbst an meinem eigenen Geburtstag bleibt mir nichts ersparrt. Warum versucht meine eigene Familie mich immer zu bekehren oder sogar gleich auszulöschen? Dieses desinteresse an Religion, habe ich ebenfalls meinem Dad zu verdanken. Wenigstens etwas normales in diesem verdammten Haus!
 Jedoch habe ich eines in den letzte Jahren in diesem Gebäude etwas gelernt was unvermeidbar ist, lebt man mit diesem Weib zusammen:
Ich lass mich nicht, auch in dem was ich denke, oder in meinem Handeln nicht unmittelbar von anderen reinreden. Wenn ich etwas für richtig halte, tue ich es, ohne mich aus dem Konzept bringen zu lassen. Ich lass mich nicht mehr in die Opferrolle drängen. Sobald ich mich für etwas rechtfertige, was ich getan habe, obohl ich es für richtig halte, bin ich in dieser Opferrolle. Ein einfaches "basta!!" genügt.

Sollte dieser Spuck, nun endlich einmal ein jähes Ende nehmen, wäre ich dem sehr dankbar. Na wenigstens ignoriert mich meine Mutter jetzt wieder. Komisch... ich war nun wirklich nicht diejenige, die eingesperrt wurde mit voller absicht.

Vielen dank an dich liebe Kanada und deine lieben Worte. Es hat mich tatsächlich dazu bewegt, meine Wortscheuheit der letzten Wochen zu überwinden.

1 Kommentar:

  1. Es ist deine Entscheidung, an welchen Zusammenkünften du teilnimmst, in was du dein Geld investiert, für wen du betest, für wen du stirbst. Leben allerdings... Leben solltest du für dich selbst und denen, die du liebst.
    Auch auf deine Familie brauchst du in diesem Sinne nicht hören. Du musst keiner Kirche beigetreten bleiben, nur weil andere es sind. Deine Entscheidung emfpinde ich als sehr mutig.

    Liebe Grüße
    Emaschi

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