Freitag, 12. September 2014

Ich weiß beim besten willen nicht weshalb jetzt, aber ich habe den starken drang die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Ich nehme mir jetzt einfach mal die freiheit, denn wohin sonst damit hin? Es lässt mir keine Ruhe,  ich träume sogar nachts schon von einer Antwort, welche ich wahrscheinlich nicht einmal im betrunkenen Zustand erwarten kann.

Er: "Such die Fehler und wenn du sie gefunden hast, sag es mir."

Ich:"Junge... dass hier ist kein verdammtes Bilderrätsel. Begriff das endlich mal!"

Ich war in diesem Moment aggressiv, sauer, dass er die alleinigen fehler bei mir sucht, wo sie ganz offensichtlich uns beide betrafen was das fragwürdige Handeln anbelangte. Doch im nächsten Moment dachte ich mir, ich sollte ihm beim Wort nehmen und das tun was er am wenigsten von mir erwartet und ich am besten kann. Schreiben.

Wenn ich dich hier mit dem obigem Satz mal zitieren darf, dann hab ich den Fehler längst gelöst, nur nicht sichtbar gemacht. Ich war nie diejenige, die gut mit sich selbst umgehen konnte. Ich weiß, wie ich mich bei anderen zu verhalten habe, aber sobald es um mich selbst geht, scheint mir die Musik immer der bessere Ausweg als die Gedanken, mit denen ich ansonsten ganz alleine war. Das Reden fällt mir nun einmal schwer, darum greife ich immer lieber zum Schreiben zurück und ich schätze gerade dieses unbeabsichtigte introvertierte verhalten hat vieles zu dieser Situation hier beigetragen, weil man dadurch ziemlich seltsam rüber kommt.   Ich habe das wahnsinnig nervige Talent in fast jeden Moment niemals die richtigen Worte finden zu können. Es fällt mir wahnsinnig schwer, trotz dass ich nicht unbedingt schüchtern bin. Nur zurückhaltend was Worte aussagen können und welche macht sie haben können. Was soll ich sagen? Ich hab doch keinen Grund. Zudem bin ich ziemlich misstrauisch, was ich aber als sehr positiven „Fehler“ werte, denn bisher lag ich immer richtig oder knapp daneben. Ach… und wenn wir schon dabei sind: Mir wird oft gesagt, ich sei zu gutmütig. An sich kein Fehler aber diese Eigenschaft bringt einen in Situationen, welche verfluchte Folgen einbringen können. Zu allem Überfluss laufe ich nicht wie jeder normal sterbliche Mensch es mindestens einmal in seinem Leben tut, vor dem Problem weg, sondern schleiche mich um dieses herum und erschlage es bei Zeit von hinten. Überraschung!

Nicht erwähnenswert wäre die Tatsache, dass ich gerne überreagiere. Nicht bei jeden kleinen scheiß aber bei Dingen, bei denen ich das Gefühl habe missverstanden zu werden oder dergleichen. Ist mir selbst neu, denn normalerweise sitzt die Fassung im Alltag und die Ruhe selbst.  Ich war mir immer selbst der größte Feind gewesen und das ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Das ist der größte Fehler im Bilderrätsel, rot angestrichen. Aber ich hab nie danach suchen müssen, weil es meinen Charakter ausmacht, sonst wäre ich am Ende noch ein Fehler streng betrachtet. So... Jetzt darfst du mich erst für bekloppt halten, darüber lachen, es ignorieren, nicht verstehen oder was auch immer. Du darfst nun Urteilen wie du willst, denn nach einem Jahr Freundschaft solltest du es besser wissen. Aber viel kaputt kann ich ja mit dieser Antwort nicht mehr machen. Ein letztes Mal, damit dieser Kreislauf von ewigen Diskussionen zumindest von einen für uns ersichtlicher wird. Ich lüge, wenn ich behaupte, ich erkenne mich selbst nicht mehr, denn eigentlich erkenne ich mich in all diesen Handlungen vollends wieder und beginne an diesen auch nicht zweifeln. Du wolltest dass ich es dir sage, hier hast du ne verdammte Antwort.

Ich schrieb die Worte nieder,  die ich ihm gegenüber niemals persönlich rüber bringen konnte,  als eine Erklärung für mein klägliches versagen gefordert wurde. Monate lang schleppte ich diese mit mir herum, unfähig zu sprechen, aus dem einfachen Grund überfordert und verunsichert gewesen zu sein. Dementsprechend viel eine last von mir, als ich die Nachricht nach hundertmaligen durchlesen, zögern und zittern abschickte.
Und dies fiel mir das erste mal verdammt schwer, weil es das erste mal richtig um mich ging, wenn auch von meiner Seite aus nicht beabsichtigt. Vielleicht war sein schweigen eine Antwort darauf, die ich suchte. Zumindest besserte sich allgemein wieder unser freundschaftliches Verhältnis, was Desinteresse ausschließen ließ. Vielleicht war meine 'Offenbarung' der Grund. Vielleicht aber auch nicht. Eigentlich erwarte ich als Antwort nur, dass er mich, meine Worte ansatzweise verstanden hat, ein Muster daran wieder erkennen kann und nicht wie ich vermute mich nun für psychisch gestört hält und absolut unfähig mit schwierigen Situationen umzugehen.
Ich weiß es wirklich nicht und kann nur dumme Vermutung aufstellen. Eigentlich höchst bescheuert überhaupt noch darüber nachzudenken. Ich sollte es ruhen lassen,  hoffen dass meine Worte angekommen sind, damit Missverständnisse ausgeschlossen sind und mich an diesen wundervollen Menschen erfreuen, solange mir dieses Glück von Freundschaft noch gegönnt wird.
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Bin an dieser Stelle zu inspirationslos um kreative Worte zu finden. Bin viel mehr am ende und mir fehlt die wissende erkenntnis, weshalb ich mich einfach nur noch innerlich tot fühle, als würde ich Ausflippen, geradeaus während meines Egotripps, im freiem Falle auf den unverwandten Aufprall warten.
Standart. Alltäglich. Ich habe aufgehört mich zu fragen, wieso ich mich so fühle. Ich werde allgemein aufhören, mir solche unterentwickelten, phrasenhaften Fragen zu stellen, auf die ich wahrscheinlich niemals eine Antwort bekommen werde. Wer hört sich schon dies alles an, wenn nicht ich selbst? Ich sollte dort weiter machen, wo das Leben damals beinahe geendet hat. Doch das wäre dumm. Und ich möchte nicht mehr die dumme sein, jedoch auch nicht die schlaue und vernünftige. Zumindest nicht in diesem Leben. Meine Gedanken machen mich müde und ich weis nicht mehr wohin mit ihnen. Wohin mit mir.
 

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