Sonntag, 18. August 2013

kaputte gedankenfetzen

postcards from italy.Ein weiteres mal sitze ich schweißgebadet in meinem Bett und lausche mit rasendem Herzen auf das ticken meiner Uhr. Es ist ein Gegensatz zum explodierenten Takt meines Herzens. Bin aufgewacht und fühle mich dennoch wie im Traum. Atme lebendig und fühle mich dennoch Tod bis auf meine jungen Knochen. Nichts ist, wie es scheint.
Die Fliege an der Wand ist eigentlich ein schwebendes Monster, das mir mit seinem Rüssel das Blut aus den Adern saugen will. So wirkt die Realität unreal. Vier Tage lang hatte ich immer wieder denselben Alptraum. Ein unerklärliches Muster, welches sich scheinbar nicht erklären lässt. Ich habe von ihm geträumt und es wahrlich ein Alptraum. Klar und deutlich sah ich seinen verkrümten Körper an der Unfallstelle vor mir, das Blut. Jeder blick ins starre, blasse, leere ohne jegliche Emotionen Gesicht war wie ein heftiger Schlag in den Magen. Seine leeren Augen raubten mir den Verstand, schnüren meine Kehle zu, nehmen mir jeden Halt. Seine blauen Augen sind in den Himmel gerichtet, der Ausdruck schmerzlich und leer, in seinem Gesicht klebt Blut. Alles verzerrt, ich erinnere mich nicht mehr weiter und wenn ich es versuche bekomme ich unfassbare Kopfschmerzen, dass es das nagende Gefühl in mir auslöst meinen Schädel gegen die Wand zu hämmern, damit ich diesen Schmerz durch erneuten auslöschen kann. Ich stand mit der Morgendämmer auf, mit einem miesen Gefühl im Magen, das mich erdrücken zu drohte. Die Träume haben mir dermaßen zugesetzt, wobei ich noch nicht einmal die eigentliche Handlung weiß. Ich weiß nur, dass dieses beinahe undefinierbares Gefühl verschwinden soll. So schnell wie möglich, bevor ich auf den knallharten Boden aufknalle. Es macht mich wahnsinnig, nichts dagegen tun zu können.

Gefangen im Halbdunklen. Zwischen den klaren absehbaren Grenzen von Schwarz und weis. Gefangen im verschwindenen Grau, welches immer weiter in den Hintergrund gleitet. Die Nacht zieht vorbei. Der Tag bricht an. Es wird hell. Gedanken, schwebend, mal hier mal dort. Wirre Gedanken. Wie sie schießen durch meinen Kopf. Schleudern mein inneres ungebändigt wild umher. Das Monster in mir streckte sich, räkelte sich auf meiner Seele.Endlich, endlich ist der Alptraum vorbei und ich bin wach, endlich fängt ein neuer Tag an, ohne Alpträume und wirre Gedanken die mich Nacht für Nacht verfolgen. Es ist zum haare raufen. "Ich bin nicht verrückt. Ich bin nicht verrückt. Ich bin verdammte scheiße nicht verückt!!!" Mein starres gemurmel fließt ungehintert in die Nacht, welche dabei ist ihre Treue zu mir zu brechen, als ich mich stillschweigend aus dem Haus geschlichen habe und nun Barfuß die leere Hauptstraße entlang laufe. Am Tag hätte es mich gewiss umgebracht bei diesem Verkehr. Barfuß darum, weil es für eine Sommernacht angenehme Temperaturen hat und es mir ein leichtes Gefühl von Freiheit gibt mit nackten Füßen den angenehm kühlen Asphalt entlang zu tapsen. Als liefe man auf weichen Wolken, so fühlt sich diese Freiheit an. Ab und an ein paar winzige Kieselsteine, die sich hart, unangenehm in die Sohlen pressen. Als hätten die weichen, fluffigen Zuckerwatten Wolken löcher, in welche in hineintrete und abrutsche. So ist das Leben. Leichtfüßig schlendere ich weiter mitten auf der Straße entlang.  Die Dämmerung setzt ein.Wolken ziehen auf.  Der Wind bringt sie. Strahlend voller klarheit. Aufgeweckte Sonnenstrahlen gold und weiß. Ich blicke in die Morgendämmerung, die dabei ist, die wunderschöne, schwarze Nacht zu vertreiben. Nein. Alles ist besser, wenn die Sonne untergeht. Die Nacht hereinbricht. Meine geliebte Dunkelheit. Licht und Schatten können ohne einander nicht sein. Keiner kann den anderen besigen. Beide sind gleich groß und stark. Die Kirchenglocken beginnen zu schlagen. Schwer und sanft. Immer gleich. Ich taumele einige Schritte zurück, setze mich ohne einen Gedanken zu verschwenden auf den kühlen Asphalt der Straße.Sitze mitten im nirgendwo, umgeben von Backsteinen.  Die Straße ist sauber. Der Regen hat sie rein gewaschen, all den Schmutz und die winzig Millarden unescheinbaren Staubkörner vertrieben, in den Abfluss, wo schweigend die Ratten herschen, keuchen im fahlen Licht des Untergrunds. Verschlungen durch das nichts. Stille hämmert in meinem Kopf. Schlägt auf mich ein. Im Rausch durch Raum und Zeit. Durchfließt mich. Auf der andren Straßenseite leuchten kleine bunte Blumen süß. Ihr Glanz lässt mich erblaßen. Stille immer noch. Friedlich. In wirklichkeit ist sie grausam. Versklavt von eisiger bösartigkeit. Grausam und Eiskalt. "Um keinen Preis würde ich meine Musik aufgeben wollen. Das alles ist mein Leben." Ich muss unwillkürlich lächeln, als mir dieser Satz von ihn in meinen Ohren widerhallt. Diese simple bewegung kitzelt durch meinen gesamten Körper, als taue er auf von einem langen Winterschlaf. Das war es wohl wirklich. Ich höre wie ein Auto die Ortseinschaft passiert. Realisiere, dass ich mitten auf der Straße sitze mit Angewinkelten Beinen. Ich sollte mich fort bewegen. Aber das mit dem wollen und müssen ist ja immer so ein Ding. Verrücktes Leben. Rasend brennen Tage, flammende Inferni in meinen Kopf. Getragen von den grauen Grundfesten.  Deine lieben lassen dich allein, mit der Hülle deiner Verrücktheit, die sich jetzt nicht mehr ausziehen lässt, wie ein Pullover, den man nicht mehr tragen will - und du vergisst, wer du wirklich bist. Der Duft des frühen Morgen liegt in der Luft. Der Duft von kalter Vanille und Feuer schwebt in der Luft, eine süßliche Melodie zieht sich über die Himmel.



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In meinem Kopf herrscht Krieg. Vernunft gegen den inneren Kritiker, gegen den Perfektionismus.
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Seit gut zehn Minuten sitze ich einfach nur da und starre auf den Bildschirm.
Mein Mauszeiger hängt bedrohlich über den Löschbutton.
Nichts passiert.
Ein klick.
Die Worte der letzten zwei Jahre wären weg.
Für immer.
Ich kann das nicht.
Nichts passiert.
Ich kann es wirklich nicht.

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Meine lieben Leser, es ist wieder soweit. Mein Kopf macht nicht das, was er soll. Zu viel Eintönigkeit, zu wenig Kraft, um dagegen zu halten. Schreiben? Will doch eh keiner lesen! Ihr alle da draussen seit von meinen Worten gelangweilt. "Oh nein, nicht noch so ein Text über bla bla bla." Dennoch mache ich mein leben lang nichts anderes. Schreiben ist einfacher. Selbst wenn meine Worte nichts taugen, nichts und niemanden bewegen. Ich bin ein Jäger. Ich jage nach Worten, nur um überleben zu können.

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Ich bin ein Zerstörer, ruhe nicht, bis mein Werk im Staub liegt, zerbrochen und zerfetzt, bis nur noch Ruinen des früheren, glänzenden Reiches daliegen. Schutt und Asche und ich fressen den von mir erschaffenen Staub, der rauchend in meinen Lungen tobt, durch Haut, Blut und hauchdünnen Adern geht.

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Du sagst mir, du willst wissen, was ich denke. Vielleicht willst du das wirklich, aber du würdest nicht mehr danach fragen, wenn du wüsstest, was es ist. Du dekst, du kennst mich. Ich muss darüber fast lachen. Denkst du das wirklich oder ist es nur das, was du dir einbildest?
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Sollte aufstehen, mich erheben und etwas vernünftiges tun. Das Zimmer unaufgeräum, alles steht kopf, kreuz und quer.
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Kommentare:

  1. Du kannst einfach so gut schreiben,
    ich bewundere dich so dafür
    halt durch ja?
    <3

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  2. halte durch ja
    halte durch
    du braust deine worte zum überleben
    deine wunderschönen texte würden in vergessenheit geraten
    verstauben
    und das möchte ich nicht
    bleib stark
    schreib mir wann immer du willst
    ich bin für dich da auch wenn es schon wieder hell wird da draußen


    ich lese deine texte gerne

    und ich denke an dich.

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