I don't give a shit about the modern age
Ich schaue aus dem Fenster aber
irgendwie kann mich nichts erfreuen. Wind treibt einsam ein Blatt
vorüber, hellgraue Wolken gleiten langsam vorbei. Wattig und
wunderschön, trotz dass sie den sonst so blauen Himmel verschmutzen, der
sich ängstlich hinter den Wolkenbergen versteckt, fast als fürchte er
die blicke der Menschen ... oder der Menschheit selbst? Wie fühlen sich
die wohl an? Wie Zuckerwatte in dem Freizeitpark? Wie weiche Watte?
Salzig, wie meine Tränen oder zuckersüß, wie Schokolade? Ich will es
testen, wissen. Was soll mich schon daran hindern? Wie gemalt schweben
sie dort oben. Ein vergängliches Kunstwerk der Natur. Ich wende meinen
Blick ab, setzte mich ratlos auf mein Bett. Ich habe nichts zu tun,
außer vor mich hin zu leben, atmen. Doch selbst auf das könnte ich
momentan verzichten. Es sind noch drei Wochen Schule und trotzdem sitze
ich nun hier, als wären schon Ferien. Die gesamte Woche frei. Danach
beginnt das große, produktive vergammeln in der Schule für die
Abschlussklassen. Bücher sind abgegeben, nichts mehr zum lernen. Unsere
Schüler nutzen die Schule, genauso wie das Internet mit seinen
diversen „Sozialen“ Netzwerken, als Plattform ihrer Selbstdarstellung.
Es geht lediglich um die Anzahl
derer, die einem tatsächlich bis auf die Toilette nach dackeln. Ich bin
sogar froh darüber, das dieser ganze Zirkus für wenige Wochen mal eine
Ende hat. Musik wiegt sich durch den Raum, schwingt sich hinauf, um tief
zu fallen. Meine Stimme schmiegt sich an eng, an die Worte, die da
schwimmen, von all den Tönen sanft getragen. Ich zupfe etwas verloren
an meiner zerrissenen Jeans umher. Der Stoff gibt etwas nach, kleine
fetzen hängen heraus. Genauso wie ich es mag. Kann zu Hölle nichts mit
dem Tag anfangen. In sechs Stunden beginnt mein Gitarrenunterricht. Ich
gehe gerne dort hin. Mein Lehrer ist für mich in Sachen Musik, wie ein
greifbares Vorbild seit ich denken kann. Ich habe Respekt vor seiner
Leistung in den letzten 30 Jahren. Wenn einer Ahnung hat von dem was er
tut, dann er. Zudem ist er der einzige, der an mich glaubt, mich
fördert. Ebenso wie mein Vater, ohne denn ich das Gitarre spielen, die
Musik, das letzte Green Day Konzert und natürlich die kommenden
vergessen könnte. Sie, meine Mutter hingegen würde nur Leistungen von
mir erwarten. Musik ist nichts. Der heutige Mensch ist so sehr darauf
erpicht, sich um seine
egoistische Karrierelaufbahn zu kümmern, weil wir in einer
Leistungsgesellschaft leben. Freude an der Musik hat da nichts mehr zu
suchen. Genauso soll ich auch handeln? Gute Noten schreiben, Abitur
machen, nur weil sie es selbst nie geschafft hat, nichts anständiges
gelernt hat und dann ihre Arbeit aufgegeben hat, da ich ihr in den Weg
kam. Sie hatte keine richtige Jugend, dies betonte sie immer wieder. Und
diese soll ich nun dem Anschein nach auch nicht haben. Wobei meine nun
auch nicht so super toll ist. Ich pflichte dem Altweiber Geschnatter von
wegen "diese schlimme Jugend von heute ..." nicht unbedingt bei,
dennoch ist etwas wahres dran. Oberflächliche Perfektion. Hast du was,
bist du was! Wiederum andere verlieren sich oder „verwirklichen“ sich im
Alkohol oder Drogenkonsum. Ich möchte mich hier jetzt nicht als heilige
darstellen. HAHAHAH nein, niemals. Ich bin vielleicht selbst nicht
besser in manchen punkten.
Manchmal kriege ich keine Luft mehr zum Atmen, wenn ich an unsere
Zukunft denke. Die Menschen sind doch alle viel zu sehr von Macht und
Geld beeinflusst. Hast du Geld, ist alles gut. Das Gefühl, dass ich
persönlich in einer völligen falschen Generation lebe, habe ich seit
langen. Sicher, früher war auch nicht alles besser wie heute. Es mag sich einiges geändert haben aber mich kotzt hauptsächlich das verhalten der Menschheit an. Und diese jetzige Welt ... so verdammt scheiße Modern. Ich hasse
meine Generation, die sich um nichts kümmert außer sich
selbst und möglichst viel Spaß zu haben. Und sich mit Problemen
beschäftigen macht keinen Spaß, es macht kaputt. Ich hasse es, dass ich
zu dieser Generation gehöre und trotzdem nichts verändern kann an
dieser Situation. Ich hasse die Menschheit und ich
schäme mich dafür, ein Mensch zu sein. Menschen taugen nichts.
Ich möchte nicht mehr in dieser Welt leben müssen.
Oder wie es Billie Joe Armstrong in diesem verdammt wahren Song so wunderschön formulierte:
I don't give a shit
About the modern age
I don't want to live in the modern world
About the modern age
I don't want to live in the modern world
Ich gebe nicht mal einen Dreck
auf das Moderne Zeitalter.
http://www.youtube.com/watch?v=id-7VlGSNn8

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