Montag, 1. Juli 2013

I don't give a shit about the modern age

Ich schaue aus dem Fenster aber irgendwie kann mich nichts erfreuen. Wind treibt einsam ein Blatt vorüber, hellgraue Wolken gleiten langsam vorbei. Wattig und wunderschön, trotz dass sie den sonst so blauen Himmel verschmutzen, der sich ängstlich hinter den Wolkenbergen versteckt, fast als fürchte er die blicke der Menschen ... oder der Menschheit selbst? Wie fühlen sich die wohl an? Wie Zuckerwatte in dem Freizeitpark? Wie weiche Watte? Salzig, wie meine Tränen oder zuckersüß, wie Schokolade? Ich will es testen, wissen. Was soll mich schon daran hindern? Wie gemalt schweben sie dort oben. Ein vergängliches Kunstwerk der Natur. Ich wende meinen Blick ab, setzte mich ratlos auf mein Bett. Ich habe nichts zu tun, außer vor mich hin zu leben, atmen. Doch selbst auf das könnte ich momentan verzichten. Es sind noch drei Wochen Schule und trotzdem sitze ich nun hier, als wären schon Ferien. Die gesamte Woche frei. Danach beginnt das große, produktive vergammeln in der Schule für die Abschlussklassen. Bücher sind abgegeben, nichts mehr zum lernen. Unsere Schüler nutzen die Schule, genauso wie das Internet mit seinen diversen „Sozialen“ Netzwerken, als Plattform ihrer Selbstdarstellung. Es geht lediglich um die Anzahl derer, die einem tatsächlich bis auf die Toilette nach dackeln. Ich bin sogar froh darüber, das dieser ganze Zirkus für wenige Wochen mal eine Ende hat. Musik wiegt sich durch den Raum, schwingt sich hinauf, um tief zu fallen. Meine Stimme schmiegt sich an eng, an die Worte, die da schwimmen, von all den Tönen sanft getragen. Ich zupfe etwas verloren an meiner zerrissenen Jeans umher. Der Stoff gibt etwas nach, kleine fetzen hängen heraus. Genauso wie ich es mag. Kann zu Hölle nichts mit dem Tag anfangen. In sechs Stunden beginnt mein Gitarrenunterricht. Ich gehe gerne dort hin. Mein Lehrer ist für mich in Sachen Musik, wie ein greifbares Vorbild seit ich denken kann. Ich habe Respekt vor seiner Leistung in den letzten 30 Jahren. Wenn einer Ahnung hat von dem was er tut, dann er. Zudem ist er der einzige, der an mich glaubt, mich fördert. Ebenso wie mein Vater, ohne denn ich das Gitarre spielen, die Musik, das letzte Green Day Konzert und natürlich die kommenden vergessen könnte. Sie, meine Mutter hingegen würde nur Leistungen von mir erwarten. Musik ist nichts. Der heutige Mensch ist so sehr darauf erpicht, sich um seine egoistische Karrierelaufbahn zu kümmern, weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben. Freude an der Musik hat da nichts mehr zu suchen. Genauso soll ich auch handeln? Gute Noten schreiben, Abitur machen, nur weil sie es selbst nie geschafft hat, nichts anständiges gelernt hat und dann ihre Arbeit aufgegeben hat, da ich ihr in den Weg kam. Sie hatte keine richtige Jugend, dies betonte sie immer wieder. Und diese soll ich nun dem Anschein nach auch nicht haben. Wobei meine nun auch nicht so super toll ist. Ich pflichte dem Altweiber Geschnatter von wegen "diese schlimme Jugend von heute ..." nicht unbedingt bei, dennoch ist etwas wahres dran. Oberflächliche Perfektion. Hast du was, bist du was! Wiederum andere verlieren sich oder „verwirklichen“ sich im Alkohol oder Drogenkonsum. Ich möchte mich hier jetzt nicht als heilige darstellen. HAHAHAH nein, niemals. Ich bin vielleicht selbst nicht besser in manchen punkten.

Manchmal kriege ich keine Luft mehr zum Atmen, wenn ich an unsere Zukunft denke. Die Menschen sind doch alle viel zu sehr von Macht und Geld beeinflusst. Hast du Geld, ist alles gut. Das Gefühl, dass ich persönlich in einer völligen falschen Generation lebe, habe ich seit langen. Sicher, früher war auch nicht alles besser wie heute. Es mag sich einiges geändert haben aber mich kotzt hauptsächlich das verhalten der Menschheit an. Und diese jetzige Welt ... so verdammt scheiße Modern. Ich hasse meine Generation, die sich um nichts kümmert außer sich selbst und möglichst viel Spaß zu haben. Und sich mit Problemen beschäftigen macht keinen Spaß, es macht kaputt. Ich hasse es, dass ich zu dieser Generation gehöre und trotzdem nichts verändern kann an dieser Situation. Ich hasse die Menschheit und ich schäme mich dafür, ein Mensch zu sein. Menschen taugen nichts.

Ich möchte nicht mehr in dieser Welt leben müssen.

Oder wie es Billie Joe Armstrong in diesem verdammt wahren Song so wunderschön formulierte:


I don't give a shit
About the modern age

I don't want to live in the modern world



Ich gebe nicht mal einen Dreck
auf das Moderne Zeitalter.

 http://www.youtube.com/watch?v=id-7VlGSNn8


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