Montag, 1. Juli 2013

would you know my name if i saw you in heaven

Gothic | on tumblr
 
Das Lied hat mich in letzter Zeit häufig begleitet.
Ich weiß nicht, wann dieser Zeitpunkt kommt,
aber an meiner Trauerfeier
möchte ich so verabschiedet werden.


Mit Taschentüchern stehen sie vor deinem kalten, dunklen Loch, was mit deinem noch vor sechs Tagen fröhlichem, lebenden Körper gefüllt wird, der vor Sekunden bleich und kalt in einem Sarg hinuntergelassen wurde. Ich schließe mich den Leuten an, nur um dir mein Freund die letzte ehre zu erweisen. Erneut verschmilzt schwarz in schwarz. Die Minuten scheinen endlos still zu stehen. Still, wie die unheimliche Stille der Nacht. Nachts leuchten abertausende Seelen und erhellen das Dunkel. Ein Tanz des Stillstands. Donner der meine Ohren zerfetzt. Stehend und doch schwebend lebe ich diese Minuten aus. Es ist endgültig. Unendlich. Es gleicht einem leeren Raum. Verschlossen. Ohne Fenster, weder Tür. Ohne vergängliches Leben. Verschlossene Stille. Scheinbar auf Ewig. Doch mit einer schwingenden Bewegung, gibt die Realität dem geschehen einen starken Ruck, der alles zum schwingen bringt, als ich plötzlich wankend vor deinem Grab stehe. Erinnerungen rinnen durch meine Finger wie feiner Sand. Ich kann sie nicht halten und habe dabei Angst alles zu vergessen. Denn selbst die kleinen unbedeuteten, sind nun kostbarer als Gold für mich, nun da du nicht mehr neben mir stehen kannst. Nein. Stattdessen liegst du vor mir, eingeschlossen in einen Sarg aus hellen Eichenholz. Die wenigen kostbaren Momente, die einst zu so vielen in meinen Gedächtnis waren, die werde ich bewahren, einrahmen in meinen Gedanken. Denn die Erinnerung bedeutet halt, halt der dieses Leiden mindert, trotzt den eiskalten Schmerzen die sich in unser Herz fressen, so denken wir an den gemeinsamen Weg mit dir. Ich will etwas sagen oder zumindest denken. Alles was mein Kopf verlässt ist ein zügelloser Gedankensturm. Bin nur eine leere Wortlose hülle, trotz der spukenden Gedanken in mir. Unergründet und für immer unausgesprochen für dich. Doch vielleicht nimmst du sie wahr, wie sie fliegen, unbezähmbar, ungebändigt aus mir heraus. Denn würde ich nun meine Worte an dich richten, einen Sinn würde es wohl kaum ergeben. Sinnlos das was ich sagen möchte. Sinnlos zu sagen, dass dein tot höchst Sinnlos erscheint. Wenn ich eines gelernt habe ich den letzten Jahren: Tod und Leben sind etwas unberechenbares. Meine Gedankenüberflutung reißt mich mit. Das Gefühl, mit dem Flugzeug abzustürzen. Und jedem Moment auf dem Grund aufzuprallen. Hell lodern die Flammen deren Folgen auf. Fressen sich in den schwarzen Boden, der Erde hinein, vernichten alles was sich ihnen in den Weg stellt. Das Gefühl nicht denken zu können, wirrheit in meinen Schädel, es hohlt mich quälend ein. Wie benommen starre ich auf das hölzerne Symbol für den Tod. Den eingeschlossenen Körper eines jenen, der es nicht mehr vermacht, zu leben. Eines jenen, der den Kampf gegen den Tod verloren hat.  Es ist sehr tief und während ich den Sarg am Grund betrachtete, hatte ich plötzlich Lust, selbst hineinzuspringen und mich ebenfalls dort begraben zu lassen. Aber sie würden mich eh wieder herausholen. Es ist schwer, so schwer, zu verstehen, dass du den Rest der Unendlichkeit dort drinnen verbringen wirst. Nun stehe ich vor den Trümmern unserer letzten gemeinsamen drei Jahre. Ein Ruck geht durch meinen Körper. Mit unsichtbaren Tränen, jedoch laut heulendem Herzen schmeiße ich meine weise Rose hinab in die tiefe. In Zeitlupe fällt sie flatternd hinab und bleibt schließlich irgendwo am Rande des Sarges zwischen Erde und dem warmen Holz hängen. Ich wüsste nicht, ob ich mir so meine eigene Beerdigung vorstellen möchte. Gefangen in einem grausigem Käfig der Erde. Vergessen von der Menschheit. Von Maden meiner Herz zerfressen, durchlöchert, zerfressen mein leib. Einsam im Dunkeln verwesen. Zu staub verfallen, sowie in den Erinnerungen der Menschen an mein kurzes klägliches dasein. Sowie die Milch ein Ablaufdatum hat, besitzt auch das Leben eines. Es muss nichts Negatives sein. Zumindest ist es das für mich nicht. Nur, für die Menschen die man hinterlässt. Trauernd mit ihrem Schmerz alleine. Irgendwann kommt die Zeit. Sterben. Das ist Fakt. Eine Tatsache die sich nicht leugnen lässt. Es ist ein ewiger Kreislauf des Lebens, des Sterbens auf diesem Planeten. Es gehört zu uns. Wir leben um irgendwann im laufe der Zeit zu sterben. Ich denke mir manchmal: Ist das wirklich schon alles?
Mehr kommt da nicht? So simpel. Dasselbe Muster. Für jeden. So scheinbar Sinnlos.

Der Tod, er hasst mich. Will mich nicht. Aber dich wollte er. Merkst du? Irgendetwas ist verdammt falsch mit dieser Welt. Er will immer nur die lebendigen. Wagt es nicht an uns verlorene Seelen zu denken. Bin nur eine von vielen. Die schreienden Toten lässt er zurück in ihrem blutigen Leben. Bitteres Blut. Auf Wellen wird es all dies schnell tödlich erobern und alles wird Blutrot. Jene bunte, dumme Welt versinkt im dunklem Schleier, der sich spielend leicht, wie düsterer Morgennebel um all die Leichen legt. Die Menschen ertrinken kreischend in meinem Schmerz und Hass. Ich habe es nicht verdient zu Leben. Du mein lieber Freund mehr als alles andere. So jung. Die Musik war dein Leben und ich hoffe, sie hat dir die beste Zeit deines lebens verabreicht, könnte man nur 16 Jahre als Leben bezeichnen. Könnte ich es, würde ich dir mein Leben geben. Ohne zu zögern. Seh dich um. All die Leute die um dich weinen, leiden. Innerlich ertrinken. Ich würde gehen, keinen könnte ich leid durch mein versterben zufügen. Ein letztes mal blicke ich auf dich hinab. Wenn auch nicht auf den Menschen, der vor sechs Tagen noch lachend neben mir stand, bevor er uns allen entrissen wurde.Ich bedauere dein gehen. Vergessen kann ich dich nicht. Mir fehlen die nötigen Worte, um begreifend darzustellen, was für ein tiefes Loch du mit deinem fehlen in deiner Familie und unsere Klasse reißen wirst. Vorallem in deine Familie. Mein lieber Freund. Auf Wiedserhen. Vielleicht schon sehr bald.


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Kommentare:

  1. hey du, ich kann deinen fotoblog nicht mehr lesen, kannst du mir noch einmal eine einladung dazu schicken? kann sein, dass ich sie ausversehen gelöscht habe.. ich würde deine fotos zu gerne wieder sehen ♥

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  2. ich mag bloglovin nicht
    ich find edas design schrecklich
    und ich komm damit fucking nicht klar
    nope

    und ich wünsche dir kraft
    du schönes wesen

    liebe

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