Samstag, 22. Juni 2013

Das Ende der Woche ist unerwartet. Es kam eiskalt daher, diese plötzliche Wendung. Sie lässt uns alle für einen kurzen Moment vergessen zu atmen, richtig zu leben. Diese Frage: Warum? Er war so ein guter Mensch. Er hätte es verdient zu leben. Vielleicht sogar mehr als ich. Definitiv mehr. Er wollte leben. Ich wollte es nie. Ich denke, diese Frage bleibt unbeantwortet. Der Drang, Antworten zu finden, etwas zu tun, es verhindern zu können, gutes für unseren verstorbenen zu tun … das alles müssen wir aushalten. Aushalten, so schwer und sinnlos es auch klingen mag. Hinsetzen und uns sagen: Wir können nichts tun. Denn das können wir wirklich nicht. Wir können den Tod nicht beeinflussen. Wann er kommt und wann nicht. Wir können unser Leben nicht beeinflussen. An einem Morgen wachen wir auf und wir sind Todkrank. Der Tod kommt immer, seine Wege sind unergründlich, verwirrend, zugleich so grausam. Knochige Hände des Todes werden immer auf uns zeigen. Stimmen erschallen. Verhöhnend, laut in meinen Kopf. Schrecklich unaufhörlich, als ich die Stelle betrete. Überall sind Markierungen. Zeichen die ich nicht zu deuten mag. Voller Angst schaue ich mich um nach Blutflecken. Doch der erhitze, rot leuchtende im Sonnenlicht, Asphalt ist rein, bis auf die Bremsspuren. Schrecklich unaufhörlich, anschwellende Panik packt mich fest, würgend, hat mich im Griff. Wie ein Stein kommt die grässliche Vorstellung näher, überrollend, was sich hier gestern gegen 16 Uhr abgespielt hat. Ein scharfes zerren an armen Beinen, Bauch. Schmerz bei diesem traurigen Bild in meinem Kopf. Wie flackerndes rotes Feuer. Wütend. Unzähmbar. Wild. Zerstörend. Es will nicht weichen. Betäubt für einen Augenblick  die gesamte Welt. Die Tränen werden mir aus schwarzen Augen geraubt, bin taub, kann nicht weinen. Es bleibt nur das Schwarz einer grauen trostlosen Welt. Lässt mich schwächeln, schlafen, als ein seidener Vorhang, welcher Sanft auf mich fällt, doch mit einem Hauch der grotesken Realität. Ich kann an dieser Stelle, den Tod persönlich spüren, der mich einst noch durch den tristen Alltag lenkte und nun an dieser Unglücksstelle vor mir steht. Gefährlich, gespenstisch aufwallend wie grauer Nebel im großen Wald. Einen Schleiertanz Ausführend aus leichter Hand. Ich kann die nachwehen des Todes hier sehen, so undurchsichtig wie der Mond, schwebt er in der kalten Luft  Und ich komme nicht herum um diese Fragen: Was hast du gefühlt? Warst du glücklich, als du von uns gingst? Hattest du schmerzen? Mein lieber Freund. Ich hoffe, deine Seele ist an einem wundervollen Ort der Freude. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich deinen tot bedauere.




48 Stunden. Ich kann nicht aufhören die Stunden zu zählen. Ablenken, ablenken und an schönere Dinge denken, als an den Tod eines sehr, sehr guten Freundes. Es funktioniert nicht. Eigentlich wollte ich heute ins Kino, mit einer meiner Jungs. Gleichgesinnte tun mir gut. Wahrscheinlich die einzeigst Gegenwart die ich ertragen könnte. Aber erstens läuft dort der gewünschte Horrorfilm nicht und zweitens ist das restliche Programm schlichtweg Schrott -.- Alles scheiße. Ablenken ist schwer alleine. Unmöglich.

1 Kommentar:

  1. gruselig. vor 48 stunden ist bei mir auch jemand gestorben :(

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