Das Ende der Woche ist unerwartet. Es kam
eiskalt daher, diese plötzliche Wendung. Sie lässt uns alle für einen
kurzen Moment vergessen zu atmen, richtig zu leben. Diese
Frage: Warum? Er war so ein guter Mensch. Er hätte es verdient zu leben.
Vielleicht sogar mehr als ich. Definitiv mehr. Er wollte leben. Ich wollte es nie. Ich denke, diese Frage bleibt
unbeantwortet. Der Drang, Antworten zu finden, etwas zu tun, es verhindern zu
können, gutes für unseren verstorbenen zu tun … das alles müssen wir aushalten.
Aushalten, so schwer und sinnlos es auch klingen mag. Hinsetzen und uns sagen: Wir können nichts tun. Denn das können wir wirklich nicht. Wir können den Tod
nicht beeinflussen. Wann er kommt und wann nicht. Wir können unser Leben nicht
beeinflussen. An einem Morgen wachen wir auf und wir sind Todkrank. Der Tod
kommt immer, seine Wege sind unergründlich, verwirrend, zugleich so grausam.
Knochige Hände des Todes werden immer auf uns zeigen. Stimmen
erschallen. Verhöhnend, laut in meinen Kopf. Schrecklich unaufhörlich,
als ich die Stelle betrete. Überall sind Markierungen. Zeichen die ich
nicht zu deuten mag. Voller Angst schaue ich mich um nach Blutflecken.
Doch der erhitze, rot leuchtende im Sonnenlicht, Asphalt ist rein, bis
auf die Bremsspuren. Schrecklich unaufhörlich, anschwellende Panik packt
mich fest, würgend, hat mich im Griff. Wie ein Stein kommt die
grässliche Vorstellung näher, überrollend, was sich hier gestern gegen
16 Uhr abgespielt hat. Ein scharfes zerren an armen Beinen, Bauch.
Schmerz bei diesem traurigen Bild in meinem Kopf. Wie flackerndes rotes
Feuer. Wütend. Unzähmbar. Wild. Zerstörend. Es will nicht weichen.
Betäubt für einen Augenblick die gesamte Welt. Die Tränen werden mir
aus schwarzen Augen geraubt, bin taub, kann nicht weinen. Es bleibt nur das Schwarz einer grauen trostlosen Welt. Lässt mich
schwächeln, schlafen, als ein seidener Vorhang, welcher Sanft auf mich fällt, doch mit einem Hauch der grotesken Realität. Ich kann an dieser Stelle, den Tod persönlich spüren, der mich einst noch durch den tristen Alltag lenkte und nun an dieser Unglücksstelle vor mir steht. Gefährlich, gespenstisch aufwallend wie grauer Nebel im großen Wald. Einen Schleiertanz Ausführend aus leichter Hand. Ich kann die nachwehen des Todes hier sehen, so undurchsichtig wie der Mond, schwebt er in der kalten Luft Und ich komme nicht herum um diese
Fragen: Was hast du gefühlt? Warst du glücklich, als du von uns gingst?
Hattest du schmerzen? Mein lieber Freund. Ich hoffe, deine
Seele ist an einem wundervollen Ort der Freude. Ich kann nicht sagen,
wie sehr ich deinen tot bedauere.

48 Stunden. Ich kann nicht aufhören die Stunden zu zählen. Ablenken, ablenken und an schönere Dinge denken, als an den Tod eines sehr, sehr guten Freundes. Es funktioniert nicht. Eigentlich wollte ich heute ins Kino, mit einer meiner Jungs. Gleichgesinnte tun mir gut. Wahrscheinlich die einzeigst Gegenwart die ich ertragen könnte. Aber erstens läuft dort der gewünschte Horrorfilm nicht und zweitens ist das restliche Programm schlichtweg Schrott -.- Alles scheiße. Ablenken ist


gruselig. vor 48 stunden ist bei mir auch jemand gestorben :(
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