Sonntag, 9. Juni 2013

schlaflos

Der Schatten des Fensterrahmens, der gegen die Decke geworfen wird, erscheint dunkelgrau, gespenstisch unheimlich. Vorbeifahrende Autos verzerren den Schatten, malen graue Muster an die Wand. Der Schatten spielt an der Wand mit kühlem Licht. Ich stehe auf, laufe zum Fenster. Die Hitze drückt sich durch meine Sohlen als ginge ich auf Flüssen von Lava entlang. Der Schlaf wird von meinem Körper verweigert. Zu unruhig und doch so müde. Denken, zerren, reißen, zermalmen von Informationen, sammeln von Fakten. Die glatte Bettwäsche kratzt. Das Dunkel ist zu hell. Das Kissen zu hart. Wach daliegend, halb schlafend, träumend. Ich streckte die Hand aus. Griff in die schwarze leere. Da war niemand. Ich fragte mich, weshalb es nicht die Wirklichkeit war. Warum sie nicht hier war? Die Hand legt sich auf die kalte Glasscheibe. Pure Kälte dringt durch die Haut. Sie verursacht eine Gänsehaut. Sie vertreibt jedoch nicht die Hitze. Wie glühende Eisen, die sich in sekundenschnelle durch meinen ganzen Körper fressen. Habe wohl kein Wasser mehr im Körper. Wo kommt diese Hitze her? Die Hand ist unfähig sich zu bewegen. Verharrt auf der kalten Scheibe. Ich bewege mich nicht. Ich verschwende keinen Gedanken daran. Keine Sicht auf meine Zukunft. Ertrinke unter stummen Flüchen in der Pfütze der verdrockneten Gewässer der einst so weiten See. Die Gegenwart scheint endlos taub, während die Vergangenheit ruht, nicht antastbar ist. Sie wühlt nichts auf. Nicht so wie ein Wirbelsturm, welcher durch die Welten fliegt, zerstört. Auf die Knie gezwungen der Wald Bäume die vor Schmerz aufheulen, biegen sich weinend dem Wind entgegen. Er scheint ewig weit fort und doch kommt er näher wie ein Angrifslustiger Wolf. Legt sich der Sturm, wirkt die gepeinigte Landschaft blank und kahl, das vertraute entrissen, gequält und gebadet in Blut und Schweiß. Alles scheint sinnlos. Ich bin angekommen ganz unten. Von hier an geht nichts mehr. Weder vor noch zurück. Das einzige was hier bleibt ist der sanfte Geruch der Spur des roten Todes, vermischt mit Aschendünen, brennenden Hügeln und verpesteter Luft. Und der Countdown läuft ab jetzt noch schneller. Ich frage mich, wie lange ich wohl noch aushalten werde. Ich hab die Sicht auf den Grund verloren.





1 Kommentar:

  1. Toller Text <3

    Ich denke du könntest es schaffen, du bräuchtest bloß etwas an dem du dich festhalten kannst... Wie wärs mit einem Tier was du liebgewinnst... Vielleicht findet sich etwas und wenn du dich halten kannst, schaffst du es auch wieder hoch.

    Fühl dich gedrückt ;*

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