Mittwoch, 19. Juni 2013

Der heiße Asphalt erleuchtet im roten Licht. Die Massen an Menschen brummen weiter, mit solch einer Energie, die sich mit der Bleiernten Hitze des Tages zu einen hitzigen Schauspiel entwickelt hat. Niederdrückend, entkräftigent und unerträglich. Die Wärme läuft meine Haut hinab. Wie ein Wolkenkönig liege ich da. Mit Flügeln in Form von schweren Armen und Beinen, die mich fest am Boden halten voller Unglück. Ich werde so plötzlich nach oben in die Wolken gezerrt, dass alles um mich herum in einem undurchschaubaren Strom verschwimmt. Die grellen tödlichen Blitze zum lachen bringen, den Regen weinen lassen. Lernen die Stürme zu schlichten. Dem Alltag entfliehen, denn tausende Fledermäuse lehren mir das Fliegen. Halten mich, bringen mich hinauf in die freien Lüfte der wundersamen, unendlichen Nacht. Und ich warte auf das sanfte Tuch Gnadevoll der Nacht. Der Schmerz der Lichter, ein krampfhafter Schlag. Ein Wimpernschlag ist es her, schon bricht der Tag die Treue.
Lauer Wind durchstreift das dichte grüne Blattwerk des Waldes, trägt Geschichten der Vergangenheit an mein Ohr. So viel geschehen ist in den letzten Jahrhunderten. Keiner weiß davon. Einzig allein die leisen wehen des Windes. Unverständlich, geheimnisvoll, jedoch klar. Orangerote Sonnenstrahlen küssen den von Gras bedeckten Erdboden, kitzeln auf der Haut, als schleiche sich dort eine unsichtbare Feder entlang. Das Gras kitzelt meine nackten Füße und ich seufze leise. So sanft und zart berühren die Halme meine Haut und mit jedem leisen Lufthauch sehe ich was für eine Menge Leben in dem grünen Teppich steckt. Kleinste Lebewesen hüpfen von Blatt zu Blatt und manche fühlen sich gar von mir angezogen, denn ich beobachte, wie diese sich immer näher an mich heran trauen, als sei ich irgendeine verlockend duftene Blume. Mein nichtstun überzeugt sie anscheinend davon, dass ich ihnen nichts tun werde. Ich lasse sie gewähren und sie krabbeln weiter auf dem schwarzen Stoff meiner Kleider, ohne dass ich etwas verspüren vermag. Die letzten Strahlen der aufgehenden Sonne streicheln golden sanft über das verwilderte Feld. Langsam und sacht wandert die weiche Berührung immer weiter die grünen zerbrechlichen und braunen Halme hinab, und unwillkürlich erzittern diese im Wind. Ich hab angst, das dieser und die flüsternden Sonnenstrahlen dieses schöne Bild vor meinen Augen zerstören. Sie zerbrechen unter schwerem Einfluss, möge alles noch so sanft und zärtlich sein. Wie von selbst bewegen sich die ängstlich gewordenen Strahlen zurück, werden von der schwarzen Dunkelheit vertrieben. Verwehrt der Landschaft ihr Strahlen und entzieht ihr jegliche Farbe durch das Untergehen der Sonne. Es bleibt ein trauriger, einsamer Schatten der Realität, hervorgerufen von der Natur. Die verblieben Sonnenstrahlen tanzen mit den bunten Farben, bis sich derselbe Schatten zwischen die zwei liebenden schiebt. Beinahe als könnte er dieses liebesspiel der beiden nicht mehr länger ertragen. Der gewaltig von elegant, glitzernden Strahlen durchzogene Himmelskörper wird tief gelb, fast orange. Das Blau, es wird dunkler, schwarz und das Licht der Sterne lässt auf sich warten. Es scheinen Stunden zu vergehen. Ich stelle mir vor, wie dort oben jemand sitzt und den Lichtschalter betätigt. Doch erst neigt sich die Sonne den Horizont entgegen, küsst ihn sanft und läuft rot wie ein verliebtes Mädchen an, welches kurz vor ihrem ersten Kuss steht. Ewig wartend, zögernd und dann plötzlich steht sie kurz vor der ersehnten Berührung mit der Erde. Die leuchtende Kugel erreicht die Grenze zwischen Himmel und Erde. Durch das Abendrot schweift mein Schmerzverzehrter und ängstlicher Blick, stumm bittend um erlösung von dieser dauernten qual des daseins in solch einer Zeit meines Leben. Nebel leitet die Dunkelheit ein, verhüllt mit einem schwarzen Mantel. Dünne Mondsichel werden zum hellen erstrahlen, schmücken den nackten Himmel.

Meine drüben Gedanken im Wind. Nehmen mich ein. Sanft und voller edlem Gemüt, kommt der Retter vom Schwarzem Ufer. Tröstend ist die Nacht nun endlich da. Balsam suchend, habe ich sie gefunden. Angeschlichen wie Staub kam sie an. Beflügelt weich und tröstend immer da. Eine Brücke der Zeit, denn ich weiß, morgen früh beginnt mein leiden im Tage von neuem.


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