nächtliche störungen
Die Stimme meiner Mutter hallt im
gesamten Haus wieder und ich beginne es langsam zu verfluchen. Eigentlich bekam
man in diesem Haus alles mit. Jeden
Schritt, jedes krächzen der Holz dielen, hörte man mindestens noch im
Nebenzimmer. Aus diesen Gründen war es eine Kunst und reine Nervensache sich
nachts, wohlbemerkt leise als sogleich unbemerkt aus dem Haus zu schleichen.
Ich hatte schon so manche Strapazen auf den Holztreppen erlebt, bei welchen es
unmöglich war einer der quietschenden Treppen zu verfehlen, die heimtückisch
nur auf einen falschen Schritt meinerseits wartenden.
Doch an diesem Abend war mich
nicht nach einem Nächtlichen Ausflug. Wohlmöglich würde mein Fluchtversuch
unangenehme Folgen haben, wie angenommen
es meiner angeschlagenen Gesundheit den Rest geben und ich konnte die
Mündliche Englischprüfung am Montag krank antreten, was ich lieber nicht
riskieren wollte, aufgrund das zu meinem Vortrag über Green Day ein kleines
Gitarrenstück geplant war, zudem ich wohl oder übel singen musste. Kann den
Lehrern ja wohl schlecht ein Blatt mit dem Songtext darauf vor die Nase legen
und sagen: „Hier bitteschön. Singen können sie ja selbst!“
Wohlbemerkt keine schlechte Idee,
doch ich habe es satt, das jeder an mir Zweifelt, inklusive meine Partnerin für
die Prüfung. Ich habe kein Problem vor nur drei Leuten meine Gitarren’künste‘
auszuüben. Ich weiß nicht, warum alle so an mir Zweifeln. Aus diesem Grund
wurde schon vor Monaten der Ehrgeiz bei mir erweckt um das Beste aus meiner
kurzen Songeinlage herauszuholen und Holiday kann man nebenbei wunderbar
performern.
Was konnte schon passieren? So
lange mich nicht wieder einer dieser verdammten Anfälle, wie am Sonntagmorgen
einholte, sah ich allem positiv entgegen.
Ich fluchte laut auf, als Mum vom
Elternschlafzimmer, leider gleich nebenan, bereits schon das dritte mal in
Folge lautstark schreit, ich solle doch meinen Wecker für morgen früh stellen.
Ich verdrehe nur genervt die Augen. Ja, verdammte scheiße!! Ich bin nicht taub.
Natürlich stelle ich ihn nicht. Meine Taktik zu verschlafen, was selten
passiert. Bevor das Ding klingelt, bin ich wach oder konnte erst gar nicht
einschlafen mehr. Es war keine Seltenheit in meinem Leben, zwei, drei Nächte
kein Auge richtig zu zubekommen. Woran das lag? Ich weiß es nicht so genau.
Vielleicht die Angst vor meinen Träumen. Grauenhaft, realistische Träume. Ich
sehe dort Dinge, die ich niemals sehen wollte. An sich nicht schlimm. Könnte
ich mich nicht an jedes Detail haargenau erinnern, als stände ich direkt
daneben, als hätte ich es miterlebt. Das wirklich erschreckende daran ist: Ich
habe mich daran gewöhnt. Ich nehme es hin. Irgendwann, da bin ich mir sicher,
wird es auch wieder nachlassen. Es kann und vor allem darf nicht so für immer
bleiben. Für immer ist mir eine Spur zu lange, wie man es auch dreht und
wendet.
Im Nebenzimmer wird es still. Ich
atme erleichtert auf. Mein Kopf wäre beinahe geplatzt. Wie kann ein Mensch nur
so unfassbar laut und störend sein? Ich mag laute Sachen, wie zum Beispiel
Musik, jedoch nur dann, wenn die Musik nicht störend ist. Genauso ist es auch
mit meinen Mitmenschen. Ich hasse es, wenn ich zu getextet werde und gewisse
Dinge mir zum xten mal anhören muss. Noch schlimmer, wenn ich dabei beinahe
angeschrienen werde, weil mein Gegenüber anscheinend einen Hörschaden hat, den
er mir wohl auch verleihen möchte.
Augenblicklich setzt wieder
dieses Rauschen in meinen Ohren ein. Gekonnt ignoriere ich es. Ich schmeiße meinen Stift weg, den ich seit
einigen Minuten still in meiner rechten Hand festhalte, der mit einem dumpfen
Geräusch auf meinem Deutschheft aufprallt. Genug für Heute. Ich lasse alles
stehen und liegen so wie es ist, auch wenn mir bewusst ist, dass es morgen früh
etwas stressig werden könnte, wenn ich das Zeugs noch zusammenpacken muss. Ich
sehe es kommen, dass sämtliche Sachen liegen und vergessen werden. Trotzdem ist
es mir egal. Mit wenigen Schritten bin ich an meinem Bett, schalte das Licht
aus. Lasse mich entkräftet darauf fallen und kuschle mich in mein weiches
Kissen. Ich döse eine weile vor mich hin, bis ...
"DONT WANNA BE A AMERICAN
IDIOT...
DON'T WANT A NATION UNDER THE NEW
MANIA!!!"
mein Handy anfing die ersten
Zeilen von American Idot zu schreien. WER VERDAMMTE SCHEIßE RUFT MICH
JETZT AN???
"AND CAN YOU HERAR THE SOUND
OF HYSTERIA?"
Jaja. Noch nie etwas von
Ruhestörung gehört?
Im halbschlaf fluchend, drehte
ich mich um und tastete mich blindlinks nach meinem Handy voran. Wo ist das
Teil nur? Es ist doch annehmbar, wenn es schon so rießig ist, dass es auch zu
finden ist. Ich drehte mich weiter nach außen, in der Hoffnung das der späte
Störenfried etwas gedult hat. So ein Idiot!
Dem Anschein nach, drehe ich mich
etwas zu weit nach außen, obwohl mein Bett Platz für mehr als vier Leute hätte,
käme es hart auf hart. Mit einem großem Knall liege ich nicht mehr auf der
weichen Matratze, sondern auf dem harten Holzboden. Fuck you!
"THE SUBLIMINAL FUCK AMERICA"
"FUCK!"
Erstmal fluchen, ne? Ich reibe
mir schmerzhaft den Kopf. Vor meinem Augen sehe ich nur noch Sterne. Ich will
mich gerade aufsetzen, als ich eine bekannte Form neben mir spüre. Da ich mehr
oder weniger nichts sehe, nicht nur wegen deswegen, weil das Licht aus ist,
taste ich blind wie ein Maulwurf danach. Und oh wunder: Mein Handy. Ich
schnappe es mir, schaue auf die unbekannte Nummer, sogleich wie auch
Ausländische. Oh gosh. Am besten ich geh erst gar nicht ran. Doch meine
neugierde überwog mal wieder.
"Wer stört?!", knurrte
ich in den hörer. Bin ich nicht freundlich? Ich liebe Leute, welche mich um
kurz vor Mitternacht aus dem Bett klingeln. DEFINITIV NIIIICHT!!
Zuerst hörte ich nur ein
rauschen. Dann laberte mich plötzlich eine Frauenstimme zu. Wie schon vorher an
der Nummer erkannt, keine aus Deutschland. Ich ziehe die Augenbraun in die höhe
und höre angestreng zu. War das Italienisch, Spanisch? JAPANISCH??
Nach weiteren Sekunden, in denen
ich mich sehr still verhalten habe, finde ich heraus, dass es sich eher nach
dem ersten der zwei anhört. Eigentlich ist es mir ja scheiß egal.
Weil ich natürlich fließend
Italienisch spreche und verstehe. Ha ha.
Ich will nur zurück in mein Bett.
Stattdessen liege ich daneben. Der Boden wird langsam unbequem, übrigens.
Um auch mal meinem Senf
dazuzugeben, melde ich mich mit einem verwunderten "HÄÄÄH???" zu
Wort. Man will ja schließlich die
Konservation aufrecht erhalten, ne?
Das Weib quatscht weiter auf mich ein und ich
versuche ihr auf Englisch beizubringen, dass ich kein Plan von ihrem gelaber
habe. Warum ich nicht einfach auflege? Dazu bin ich heute mal zu Sozial und
außerdem bin ich gespannt wie es es ausgeht. Ich brauche ja schließlich auch
noch was zum lachen?
Anscheinden kann sie Englisch
(Weltsprache sei dank) und ich versuche ihr zu Erklären, dass sie sich verwählt
hat. Versuchen darum, weil es mitten in der Nacht ist, ich verpennt bin und
mein Hirn auf Schlafmodus eingestellt ist. Damit wurden sämtliche Kenntnise
ausgelöscht, you know?
Ich bin einfach zu Müde um
Englisch denken UND gleichzeitig sprechen.
Nach weiteren 5 Minuten (ist ja
ihre Telefonrechnung) hat sie es immer noch nicht geschnackelt.
Mir wird es zu blöde, ICH LEGE
AUF. So. Die kann mich mal -.-
Eine weile bleibe ich noch am
Boden liegen, bis ich mich erhebe, mich ätzend erneut in mein Bett fallen lasse, NACHDEM ich mein
Handy auf lautlos gestellt habe. So'n fuck!
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Es hat mich mehere Stunden Arbeit + Nerven gekostet, nur die überschrift Green Day artig zu gestallten. (mündliche englisch :P) Als Vorlage zum Abzeichnen diente mein Poster über meinem Bett.
Noch nicht fertig.
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Es hat mich mehere Stunden Arbeit + Nerven gekostet, nur die überschrift Green Day artig zu gestallten. (mündliche englisch :P) Als Vorlage zum Abzeichnen diente mein Poster über meinem Bett.
Noch nicht fertig.



haha FAIL :D
AntwortenLöschentut mir aber leid für dich :/