Dienstag, 14. Mai 2013

Schmetterlingssterben


Den schwarzen Regenschirm wild durch die Luft schwingend, hüpfen wir ausgelassen durch die verlassenen Straßen einer verlassenen Stadt.
Der Regen trommelt mit laut platschenden Geräuschen
einen schnellen und harten Rhythmus auf den Dächern der kleinen Einfamilienhäuser in der Umgebung.
Ich spüre die kühle Nässe auf meinem Gesicht und die Schwere meiner vom Wasser vollgesogenen Kleidung, die wie eine zweite Haut an mir klebt.
Überall auf unserer Haut, dem Gesicht, nasskalte Tropfen.
Milliarden winziger Regentropfen zerplatzen auf dem Asphalt, sammeln sich in Pfützen und Rinnsalen, vermischen sich mit Staubkörnern und Dreck. Lachend. Tanzend einige Schritte.
 Nehmen uns an den kalten Händen, eiskalt wie Schnee. Deine in meine und ich meine in deine. Drehen. Immer weiter drehen schön im Kreis.
 Die Arme, wie die Flügel eines Adlers weit ausgestreckt vom Körper.
Schnell im Kreise drehen. Baum. Haus. Straßenlaterne.
 Haus. Baum. Straßenlaterne. Baum. Dann Himmel. Himmel. Himmel und Wolken.
 Erfüllt von Schwindelgefühlen der Freude, so tanzen wir, der Sonne entgegen in unseren Rücken, scheint sie durch unsere durchnässten Kleider.
Langsam wie ein roter Feuerball über den verschleierten, weiten Himmel im Osten aufgehend. Glänzend goldene Strahlen verwandeln das letzte kühle Nass in bunte tanzende Lichter.
Flüssiges Gold schwebt sanft in den Lüften.
Zusammen grausam vermischt. Schwarze Rauchschwaden sanfter Morgenröte.
Schwärze des Rauchs, sind  unserer heimlich, tödlich, verworrenen Taten.
Doch nun, die Freiheit für dürftige Sekunden.
Wir konnten sie erlangen.
Eine blutige Schlacht haben wir erstmals gewonnen.
Der Feind auf blutigen Schlachtfeld, so musste er sich ergeben, auf die Knie gehen und sich untergeben. So will es der leichte Schwindel, wir bleiben stehen.
Eine Vielfalt an Farben, eine bunte Wand uns die Sicht raubend.
Ein Flimmern von Farben besessen, die Augen geschlossen, das Gesicht auf den Himmel richtend. Atmen.
Den Herschlag stehend.
 Die Farben, die sich immer noch drehen.
 Grün, Rot, Blau, Gelb, Violett. Dazwischen verworrene Grenzend Schemen aus grau.
Ein Herzschlag. Ein Lachen. So glücklich, schwebend hoch oben in der Luft.
Vom Wind wird es heulend fortgetragen.
Leicht und Wahnsinns schnell. Jauchend und flatternd.
Wie ein bunter Schmetterling so scheinbar frei.

Doch auch freie Schmetterlinge hohlt das Farblose Jenseits schneller ein

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