Donnerstag, 16. Mai 2013


Large

Kochend heißes Wasser brodelt im Wasserkocher unhaltbar vor sich hin. Weiser Dampf steigt auf, zusammen mit dem zischenden Geräusch, welches sofort in meinen lärmempfindlichen (musik die ich mag ausgeschlossen) Ohren schmerzt. Es nimmt für einen Moment mein gesamtes inneres ein, verfestigt sich, bevor es wieder ab klimmt und eine rauschende leere hinterlässt. Ich warte beinahe gespannt auf das 'klick' Geräusch des Kochers, das mir signalisiert, mein Wasser ist fertig. Mit laut pochenden Herzen halte ich mich an der Küchentheke fest, um nicht augenblicklich das Gleichgewicht zu verlieren. Wie ein Fahrt auf einem drehenden Karussell, das hitzig, tödliches Feuer gefangen hat. So könnte mein Morgen nach dem Aufstehen mit einem Satz umschrieben werden. Kurzhand blieb ich daheim. Sagte meinen Jungs Bescheid. Sollen ohne mich 'spaß' haben. Was soll der scheiß noch? Morgen ist der letzte Schultag vor den Ferien, die Prüfungen sind so gut wie geschrieben (die mündlichen noch) und alles was nun noch stattfindet ist öder Zusatzunterricht, jedoch für alle Pflicht. Nach den Ferien noch rund sechs Wochen Schule, minus eine Woche Abschlussfahrt. Vorsichtig in der Hoffnung mein Gleichgewichtsinn ist wieder zuverlässig, lasse ich vom Holzgriff der Küchentheke ab und krame stattdessen eine Tasse aus dem gegenüberliegenden Regal. Schwarz. Die Teebeutel scheinen wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Mühsam stelle ich den kleinen Hocker vor das Regal um weiter oben kramen zu können. Dabei schwanke ich gefährlich mit einem Bein herum. Als auch diese gefunden sind, hüpfe ich mitsamt der Packung wieder auf festen Boden. Verflucht sei das klein sein! Beinahe auf Kommando beginnt mein gefühlter Tonnenschwerer Schädel zu brummen, als ob darin Bohrarbeiten stattfinden. Mein Hals und meine Lunge schmerzen. Tausend Messer Stiche bei jedem Atemzug. Ich atme flach, denn das Kratzen in meiner Kehle verheißt nichts Gutes. Mein Blick wandert ungewollt auf meinen freien Arm. Die Schmerz pochenden, geschwollen roten Wunden sind freigelegt. Zeichen meiner Schwäche dieser Nacht. Tiefer als sonst. Nicht etwa einer dieser oberflächlichen Kratzer, rote Linien die kaum Aufmerksamkeit erregen. Nicht mit ein wenig make up verdecken lassen. Ich weiß, eigentlich sollte ich damit zum Arzt, bevor es sich entzündet, es nähen lassen, das der Schaden in Form von Narben nicht gewaltig ausfällt. Aber Schaden wird immer bleiben. Gedanken kreisen. Wie Planeten kreisen um den verhüllten Fixstern. Mir ist bewusst: Ich habe es zu weit getrieben, mein Verstand, meine Seele, Gesundheit überfordert aber ich habe keineswegs vor damit aufzuhören. Ich könnte niemals. Fühle ich mich schwach und leer und gebrochen. Nichts sehnlicher als die erlösende Dunkelheit, die meine Augen vor grell leuchteten Licht Schutz gibt. Zucke in mich zusammen. Ausatmen. Einatmen. Das 'klick' Geräusch des Wasserkochers rettet mich vor mir selbst, fast so als ließe es ein Seil in die düsteren, schwarzen Ecken meiner Gedanken hinab, nur um mich hinauf auf die Erde, zurück ins Leben zu bringen. Doch von Leben scheint hier wirklich keine Spur sein. Alles ausradiert, trocken wie in einer langlebigen Wüste. Brüchiger Boden, übersät mit feinen rissen. Jederzeit bereit zu eskalieren, sich zu einer großen Schlucht auftut.

Sorry. Der Text ist so wie ich mich fühle:
beschissen.
Aber lest selbst dort oben.
Das problem ist, mein Tag war so langweilig.
Ich habe so viel Tee getrunken & geschlafen,
dass ich zu abwechslung auch mal etwas anders tun muss
in form von schreiben. 
Auch wenn es in meinem zustand momentan sehr anstrengend ist.

liebe an euch♥ 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen