Mittwoch, 24. April 2013

a hug can mean more than thousand words


backspaceforward:

Photography by Jenny Woods

Sie stand da. Abseits von allen. Abseits der scheußlichen Realität. Und diese Realität konnte verdammt grausam und hart sein. Sie fiel niemandem auf. Auch ihre Tränen blieben unbeachtet. Die Zeit verging und niemand interessierte sich für sie. Sie Stand da Sekunden, Minuten oder auch Stunden. Den Blick gerade aus gerichtet. Er traf nichts, als schielte sie einfach so in der Gegend herum. Die Tränen suchten sich auf ihrem Gesicht immer wieder einen Weg nach unten.Verheulte Augen, müdes Gesicht, verwischtes Make-up. Die blasse Haut ein großer Kontrast zu ihrem dunkelbraunen, wirrem Haar. Die Hände versteckt in den Jackentaschen, als versuche sie sich volkommen zu verstecken oder gar in Luft aufzulösen mit dem nächsten Windstoß. Ihre Augen glassig und doch sprachen diese einen grauen Augen mehr aus, als ich es je in Worte fassen könnte. Mir kam dieses Bild  so vertraut vor. Nur mit dem einzigsten Unterschied: Dieses eine mal, war ich nicht das kleine Mädchen auf dem Bild. Dieses eine mal, war ich diejenige, die neben dem Bild stand. Jeder, einschließlich ich, der sie anfangs kennen lernt, ist erstmals irirtiert von ihrer hippeligen und sehr komischen, verrückten, wenn auch komplizierten Art von Charakter. Ich empfand ihre nähe von Anfang an Symphatisch und gewöhnte mich schnell an ihren hang, gerne einmal ewig lange diskutieren zu müssen, wobei ich nie eine Chance hatte zu gewinnen. Sie gehört zu den Menschen, die wirklich als Außergewöhnlich bezeichnet werden können. Und gerade diese Eigenschaft macht sie so wundervoll. Ich hatte Schutz vor den Sonnenstrahlen gesucht, als ich sie im Schulgebäude so vorfand. Einsam. (20 Grad sind definitiv genug Backofen für mich! Ich hasse hitze und habe festgestellt, dass ich die Sonne auf meiner Haut nicht so gut vertrage, weil ich danach aussehe, wie ein gestreiftes Zebra, wenn es auch nur eine Stunde ist. Außerdem liebe ich meine blässe ) Sie fängt meinen starrenden, in sorge getränkten Blick auf. Ich erschrecke innerlich. Von dem einst so Selbstbewussten Mädchen, der nichts Peinlich sein konnte, egal was sie wieder dummes anstellte, schien nur noch ein Bruchteil übrig zu sein. So leere Augen. Kein Leuchten. Nichts. In mir keimt soetwas wie Mitgefühl auf. Mitgefühl, weil ich genau weiß, wie sie sich fühlt. Nicht dieses geheuchelte, "oh, du armes Ding" Mitgefühl. Waren wir zwei erst noch gestern irgendeinen blödsinn schreiend durchs Schulhaus gerannt, als seien wir im Kindergarten und nicht in den Vorbereitungen für die Prüfungen, so wirkte die Vorstellung nun mehr als absurd. Jemand muss sie zerbrochen haben, wie feines Porzelan. Brutal mit einem Hammer. Bis nur noch Tausende von Scherben blieben. Aber kann man die Stücke einer zerbrochenen Seele wieder zusammenfügen? Scherben gehören in den Müll. Er kann nicht mehr mithalten, mit denen die noch nicht auf den Boden aufgeschlagen und daran zerborchen sind. Er ist es nicht mehr wert.
Ich bin es nicht mehr wert. Die Scherben zusammenzukleben ist zwecklos. Kleine, für die Augen kaum sichtbare Glassplitter werden fehlen und genau diese, sind letztendlich am bedeutsamsten.
Tief graben sich die Scherben in dein Herz, dein Gedächtnis. Der Schmerz ist so stark das er dich nieder drückt, wie ein winziges, hilfloses, schwaches Wesen. Und so fühlst du dich auch. Was passiert, wenn ein Mensch innerlich zerbrochen ist? Er ist nicht mehr lebensfähig. Was passiert, wenn ein Teil von ihm fehlt? Er kann nicht mehr fröhlich sein. Ich wurde plötzlich in eine andere Welt geschleudert. 
Ich löste mich von der Stelle, lief sachte auf sie zu, um sie nicht zu erschrecken. Es hört sich blöd an, doch sie wirkte zerbrechlich. Für mich war kein Kleber zu Stelle, als ich so am Boden war. Ich bin dabei alles wieder selbst zu errichten, was mir täglich misslingt. Ich versinke tagtäglich mehr in den Scherben des Chaos. Ich möchte um jeden Grund vermeiden, dass es ihr so ergeht. Das lange, dunkle wunderschöne Haar fiel ihr ins Gesicht, als ich zu ihr trat. Fragende Blicke, auf welche ich keine Antwort geben konnte. Ich bin ungeschickt in Sachen wie trost spenden. Aus Eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass ich es hasse, wenn Menschen her kommen und fragen, was der Grund sei, warum man weine. Sie reden einen dumm zu, mit Sprüchen wie "alles wird gut" und dabei wissen die den eigentlichen Grund der Trauer nicht. Wie soll man jemanden dies versichern, wenn selbst nicht daran geglaubt wird? Es ist eine Lüge, die dir schon dein ganzes verdammtes Leben eingetrichtert wird. Es ist erst alles gut, wenn du den Schmerz nicht mehr spürst. Es ist erst alles gut, wenn du vergessen kannst. Denn der Schmerz, die Erinnerung bleibt im hinteren Teil deines Herzens verborgen. Mit solchen Worten konnte ich noch nie umgehen. Ich war mit der Situation restlos überfordert. Es ist schwierig, sich um jemanden zu kümmern, wenn man selbst nicht mit sich selbst zurecht kommt. Daher zögerte ich, bevor mich der plötzliche Drang überkam sie einfach mal zu Umarmen. Irgendwie war das keine Seltenheit in unserer Freundschaft, diese plötzlichen Knuddelattacken. Viel mehr, war mir im Moment nicht bewusst, ob dies noch als Freundschaft zählte. Mir war das FreundschaftlicheVerhältnis zwischen uns schon scheinbar wichtigerer als ihr, was den Kontaktverlust ihrer Seite erklärte. Übel nahm ich es ihr nicht... Ich legte meinen Arm um sie und gab ihr so ein tröstenden Halt und die Nähe die sie gerade braucht, obwohl ich eigentlich jeglichen Körperkontakt vermeide. Ich kämpfte mit mir selbst gegen meine verdammten Berhrungsängste an, die im Moment mehr als überflüssig waren. Ich schob die Dunkeln Gedanken wie einen Vorhang beiseite, so das die Dunkelheit weichen konnte. Meinen Gedanken, war ich später noch lange genug ausgesezt. Sie dreht sich instinktiv zu mir und vergräbt ihr verweintes Gesicht in meine Schulter. Dabei legt sie ihren Arm um mich. Ich drückte sie fest an sich und streichelt ihr sanft über den Rücken. So standen wir Minuten im Stillen, während jeder seinen eigenen Gedanken nachhing. Ich würde es nicht zuegeben, doch fühlte sich so eine lange Umarmung gut an. Wann wurde ich das letzte mal, so in den Arm genommen, von einer Person die meine Sprache sprach? Jahre her. Ich kam nicht auf die Idee zu Fragen, wer sie so 'zugerichtet' hatte, da wir uns in dem Punkt Reden ist Silber, Schweigen ist gold ziemlich genau einig waren und uns in verbissenheit und sturköpfigkeit nichts nach standen. Außerdem wusste ich schon, wer der Übeltäter war. Seit nun mehr als fast drei Jahren, sind sie und ein Junge aus meiner Klasse zusammen und gott.... die zwei sind so sehr verliebt, seit sie unser Klassenzimmer betrat. Manchmal konnte es echt nervig sein, wenn die zwei wieder knutschend wie Turtel Täubchen in der Ecke standen. Aber es war viel mehr der Beweis, dass es wahre liebe noch gibt... auch wenn mir das alles zu kitschig ist und ich endweder als Lesbe oder alte Jungfrau enden werde. Wozu lebt man? Wozu verliebt man sich, wenn man am Ende diese eine Person verliert?

Das Problem herbei war: Ich kann keinen Leuten absichtlich weh tun und schon gar nicht, weil er zu meinen besten Kumpels in der Klasse gehört, wenn er auch sowas von nervig ist und vom Taktgefühl keine Ahnung hat. Doch vielmehr war ich mir Sicher, dass diese Liebe die letzten Jahre viel ausgehalten wird und beide ihren Weg wieder zusammen finden werden mit einem häftigen Arschtritt meinerseits "Du solltest das nicht tun." Ihr warmer Atem kitzelte mein Ohr und Automatisch bildete sich Gänsehaut auf meiner Haut.  Doch noch verwunderter, war ich über ihre seltsame Aussage, mit welcher sie so plötzlich die anhaltene Stille zwischen uns durchbrach, als fiele ein schwerer, grauer Stein durch die dicken Fensterscheiben hinter uns. "Was sollte ich nicht tun?", erwiederte ich darauf. Viel mehr war es nur ein hauch, der schnell in dem Meer der Stille ertrank. "Na... so lieb zu sein. Du hast deine eigenen Probleme, die viel schlimmer sind, als mein dämlicher Liebeskummer." Woher weiß sie davon, verdammt?! Und diese Erinnerungen ließen mich jedesmal einen Schlag ins Gesicht fühlen. Platsch. Einfach so. Ohne Vorankündigung. Ich bohrte mir die Fingernägel in die Hände und ballte diese zu Fäusten. Entspann dich... Ich brauchte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich mich wieder gefangen hatte. In meinen Gedanken herrschte tiefster Winter. Ich seufzte auf. Immer noch standen wir unverändert da. Umarmten uns gegenseitig. Gaben uns halt, den wir nie bekamen. Hab ich schon erwähnt, dass wir uns verdammt ähnlich sind? Nein? Dann weiß es jetzt jeder. Etwa diese Gedankengänge keimen in mir auf, wie in etwa solchen seltenen Momenten. Ich öffnete meinen Mund und sprach ruhig: "Das macht doch keinen unterschied. Das mildert trotzdem keine von unseren Geschichten. Weder meine noch deine Geschichte wäre jetzt im Moment weniger schlimm. Vielleicht steck ich tiefer in der Scheiße, mag sein. Das ist aber kein Grund, deine zu vernachlässigen. Um so mehr, weil du noch drin steckst." Die letzten Worte waren mehr geflüstert. Ich ließ sie verklingen, wie die letzten, einsamen Regentropfen auf ein Dachfenster trommelten, immer leiser wurden. Sekunden waren Zeit und Raum mit Schweigen durchflutet, während ich versuchte nicht in den endlosen Fluten zu ertinken. Ihr schwaches Lächeln, welches ich an meiner Schulter verspürte, rettete mir vermutlich den Tag, wenn auch nicht mein Leben.

Kommentare:

  1. ahaha ich kann's auch nicht leiden wenn pärchen in der öffentlichkeit turterln hast du mal meinen post über pärchen gelesen?
    http://xoxo11.blogspot.de/2012/12/das-parchen-problem.html

    da findest du alles drin was ich an pärchen total schrecklich finde :D

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  2. und verlieben ist was schönes! jedoch nur, wenn du jemanden gefunden hast der nicht so ist wie alle anderen, der dich nicht benutzt und mit dem du dich immer streiten und wieder versöhnen kannst erst wenn du diesen gefunden hast, dann ist es der richtige ♥ aber dann ist es sehr schön verliebt zu sein.

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