Samstag, 20. April 2013

Die Tür knallt zu. Das laute Geräusch schmerzt in meinen Ohren, trotz das es so weit fort scheint. Meine Augen sind geschlossen. Schwärze umhüllt mich friedlich. Sie umgibt mich von allen Seiten. Ich fühle mich leer und hohl. Es ist Nachmittag, doch habe ich heute keinen Fuß vor mein Bett gesetzt. Mein Kopf fühlt sich vollkommen hohl an. Mein ganzer Körper schmerzt. Was ist los? Ich reiße die Augen auf und Licht. Nur Licht, welches durch die Scheibe scheint. Es umgibt mich, wie vorher die Dunkelheit. Doch es tut weh in meinen Augen. Brennt sich in meine Netzhaut, wie giftige Säure. Ich kneife sie wieder zu. Punkte tanzen vor meinen geschlossenen Augenliedern. Langsam öffne ich die Augen. Wieder stürzt das Licht auf mich ein, wie das Meer auf einen kantigen Felsen. Nach ein paar malen blinzeln, gewöhne ich mich daran. Meine Sicht wird klarer. Ich bin in meinem Zimmer. Mein ganzer Körper scheint vor Schmerzen zu dröhnen. Mir ist übel, ich kann nur verzerrt sehen und wünsche mich gleich wieder zurück in die Bewusstlosigkeit oder tiefen Schlaf. Einfach die Schmerzen los zu sein. Langsam versuche ich auf die Beine zu kommen. Es ist schwieriger als ich gedacht habe. Aber ich stehe. Kraftlos schleppe ich mich nach unten, um wie üblich meinen Vater zu begrüßen. Doch der ist nicht da, ebenso wie meine Mutter, was mich nicht überrascht. Bei letzterer ist es mir egal. Ich lebe in der zwischenzeit so abgeschottet von den Menschen da draußen, dass ich es nur noch hassen kann, bin ich wieder in Gesellschaft. Der Falschen wie es scheint. Fröhliche Gesichter, verliebte Paare, die ich liebend gerne erwürgen möchte und sorgenlose Seelen. All dieses fröhliche getue. Zum kotzen.  Und wenn es nicht gerade das ist, nein... dann sind es die Worte der anderen. All das und mehr macht mich fertig. Ich kann nicht mehr, will nicht mehr. Die Leute sehen nicht, wie ich jeden Tag in meinen Leben leide. Keiner tut das. Jeder sieht das, was er sehen will. Sieht einen nicht hinter die Maske, die man auflegt. Man sieht nicht das Leid, das einen betrifft. Vielleicht ganz gut so. Doch wer hällt es in meiner Gegenwart schon aus, wenn ich augenblicklich zu einem Monster mutiere, sobald ich angesprochen werde? Zumindest was das verhalten auf meine Mutter betrifft. Manchmal verschaft es mir ein schlechtes Gewissen, dass mich innerlich auffressen zu droht. Doch dann rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis was sie mir antut...

Ich lasse mich auf die Couch fallen, sobald ich sämtliche Räume abgesucht und mich versichert habe, alleine zu sein. Nicht einmal einen Zettel haben sie mir hinterlassen. Tolle Eltern. Ich liebe meinen Vater aber das ständige alleine sein macht mich krank in jeglicher hinsicht. Vielleicht ist er zum Einkaufen gefahren. Jetzt fällt es mir augenblicklich wieder ein. Er fragte mich, ob ich mit wolle, doch ich habe abgelehnt. Nichts ist schlimmer als ein überfüllter Supermarkt. Mir wird augenblicklich schlecht, als ich bemerke, dass ich mich schon wieder in einer dieser schrecklichen Wochenenden befinde, während ich mir nächste Woche wieder anhören darf, wie toll doch das Wochenende der anderen war bla bla bla. Ich gehe zu Schule, sitze dort meine Zeit ab, komme Nachhause, in ein großes, einsames Haus, welches leer wirkt. Farblos. Niemand erwartet mich. Keiner ist für mich da.
In diesem Haus ... in meinem Leben spüre ich deutlich, das ich alleine bin. Einsam bin. Spüre dort deutlich die Einsamkeit, die dort herrscht, mich beherrscht. Langsam gewöhne ich mich daran und genau das, finde ich so erschreckend.

Leere…diese unerklärliche Leere in meinem Kopf.



Kommentare:

  1. deine worte klingen so wie ich in frühen jahren mal gedacht habe..
    du bist nicht die einzige die sich so fühlt, glaube mir. ich kenne das nur zu gut. dass man nicht rausgehen will, aus angst jemanden zu treffen, der einen kennt und einem nur komische blicke zuwirft und heim zu kommen, wo einen keinen erwartet..
    aber wie du an mir sehen kannst, dass alles kann verschwinden, wenn du dich zum beispiel stark auf die fotografie konzentrierst und versuchst deine gefühle damit auszudrücken.. das hilft sehr ♥

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  2. oh und dass du das fotografieren vermisst, hehe das kenne ich auch. in zeiten wo ich es nicht kann, fühle ich mich total leer.

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  3. Outsch. Das mit der Bortschneidemaschine hat bestimmt scheiße weh getan :O

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