Samstag, 13. April 2013

Totgeschwiegen


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Scheint es nicht wahnsinnig leicht, den Menschen etwas vorzuspielen, von wegen, dass sich alles verändert hat. Man selbst eine glückliche und fröhliche Person ist, die nicht jeden Tag selbst mit sich zu kämpfen hat. Aber es ist alles andere als leicht. Das könnte es niemals sein. Ich zerstöre mich immer weiter und trotzdem schaffe ich es, dies niemanden bemerken zu lassen. Es verbergen. Meine Gedanken. Mein Verhalten. Die Leute, die davon wüssten, würden nur diesen allzubekannten Satz "Such dir Hilfe." Satz loswerden. Es scheint so leicht, nicht wahr? Jeder der mich kennt, müsste eines in der Zwischenzeit gelernt haben: Ich bin kein Mensch, der seine Angst jemals öffentlich zugeben kann. Es auch nie wird. Ich bin keine, die einfach freiwilig ihre Schwäche zugibt, sie zeigt und ich bin schon gar nicht in der Lage auf andere zuzugehen und um Hilfe zu fragen. Ich war nie diejenige, die gut mit sich selbst umgehen konnte. Ich weiß, wie ich mich bei anderen zu verhalten habe, aber sobald es um mich selbst geht, scheint mir die Musik immer der bessere Ausweg als die Gedanken, mit denen ich ansonsten ganz alleine war. Vielleicht bin ich dafür einfach zu starrköpfig und ich gewisserweiße, habe ich nicht vor diese eigenschaft von Sturköpfigkeit abzulegen. Ich möchte niemanden mein Versagen zugestehen, nicht einmal mir selbst. Das alles erscheint mir als Ding des Unmöglichem. 
Als ich meine Augen öffne, sehe ich über mir einige schwache Sonnenstrahlen, die der weißen Decke einen sanften hellen Goldton verleihen. Die restliche Decke verbleibt im unberührten weiß. Ich spüre, dass mein ganzes Gesicht nass ist. Tränen. Diese laufen weiter bis über meinen Hals. Mein Mund ist trocken, meine Lippen brennen. Meine Augen tun so weh. Narben über Narben. Äußerlich sowie innerlich. Aber es war das Schneiden, das mir die meisten Narben einbrachte; die dünnen weißen Linien, die sich von meiner bleichen Haut abheben. Das mag seltsam klingen, doch ich mag diese Narben. Es ist mir egal, was andere darüber denken, auch wenn es mir unangenehm ist, möchte ich diese nicht wieder los haben, weil sie ein Teil von mir geworden sind. Mich selbstzuverletzen habe ich mein gesamtes Leben lang schon getan. Nicht nur mit Rasierklingen, Scherben oder Scheren. Nein, das geht viel einfacher ohne Gegenstände. Ich benötige nur mich selbst dafür. Meine bloßen, einfachen Gedanken reichen schon dafür. Meine Ängste. Wut und Trauer. Mit all dem, was ich hinter meiner Maske versteckt. Ich möchte wissen, ob ich noch etwas spüren kann, fühlen.  
Am Tag verdränge ich es, doch in der Nacht wird es mir umso schmerzlicher bewusst. Lege den Schatten ab, bin wieder ich selbst. Ich fühle mich furchtbar. Furchtbar alleine gelassen. Ich frage mich, ob sie eigentlich wissen, wie es mir geht. Wahrscheinlich nicht. Einen Menschen ohne Lächeln wollen sie auch nicht. Ich vermisse ihre Nähe, ihre Geborgenheit, jedes Wort, unser lautes gelächter, welches nicht durch mein falsches getrübt wird. Vermissen mich nicht, sowie ich es tue. Will mich überhaupt jemand? 

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