Donnerstag, 25. April 2013

At the end of another lost highway

 Mir kommt es vor, als würdest du dich leise und heimllich wie der Rauch von mir entfernen. Der Dunst steigt in die kühle Nachtluft und verschwindet Stück für Stück vor meinen müden Augen. Ich will es nicht. Gedanken. So viele. Sie überschlagen sich. Spielen mit mir ihr böses spiel. Ein Windhauch, der aus dem geöffneten Badefenster herein strömt, lässt meine Haarsträhnen umherwirbeln. Elegant führen sie ihren Tanz auf, bevor sie nach wenigen Sekunden wieder erschlaffen und sich wieder sanft über meine Schulter wellen. Es war nur ein Hauch, ein winziger Hauch des nächtlichen Windes, welcher sein gespenstisches Unwesen dort draußen treibt und doch so angenehm. Es war angenehm, doch nicht angenehm genug um meine Gedanken, Sorgen, ja Empfindungen in eine geordnete Bahn zu bringen. Oder gar aufzulösen. Der Wind soll mich weit, weit forttragen. Meine Gedanken überschlagen sich, als ich in den Spiegel blicke und mich darin vorfinde. Sanft streiche ich mit der Klinge über einen Teil meiner noch unversehrte Haut. Ich sehe wie ich die Klinge ansetzt, mein Blick ein Mienenspiel zwischen Trauer,Verzweiflung und Wut. Immer fester streiche ich mit der Klinge über meinen von Narben versehenen Arm. Drücken, durchziehen. Welch simpler Handgriff so viel Schaden anrichten kann. Ich versuche verzweifelt zu rufen, dass ich es lassen soll, doch kein Ton entkommt meinen trockenen Lippen. Mein Arm ist in ein einziges Rot getaucht und ich weiche meinen starren Blick aus. Blut fliesst aus der feinen Linie. Die rote Farbe beruhigt mich. Ein dunkler, starker Kontrast bildet sich auf meiner weisen Haut. Eine kaum verheilte Narbe reisst auf. Wann hatte sie sich diesen Schnitt zugefügt? Letzte Nacht? Oder vorletzte? Oder in der davor? Ich bin völlig kaputt. Abgefuckt. Am Ende. Wie so oft. Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Schmerzend und unwiderruflich, brennend, surreal und doch so echt.

Das Schwärzedurchströmte Badezimmer riecht stark nach metallischen Blutgeruch.
Nach Zweifel und voller Hass.

Meine Bewegungen sind steif und ungelenkig, als ich mich auf der Bettkante niederlasse. Ich starre ins Leere, und bin für eine kurze Weile nicht in der Lage, auch nur einen Finger zu rühren. Mein Selbsthass schnürt mir die Kehle zu und wächst unerträglich schnell in die höhe. Die klaffenden, viel zu tiefen, Schnitte an meinem Oberarm, machen es ausnahmsweise nicht erträglicher. Befänden sich diese am Handgelenk, wäre ich nun Tod.. Im Gegenteil. Sie schreien mich an, erinnern mich an die kalte Realität und mein Versagen. Mein Vater schläft. Es ist kurz nach Mitternacht. Ich sollte für Religion lernen. Habe ein schlechtes Gewissen aber nicht wegen fucking Religion.Vielleicht bleibe ich heute einfach Daheim. Ändert zwar nicht viel aber ich fürchte, meine Gedanken halten drei Stunden blödes Gelaber nicht stand.

Ich bin nicht mehr als ein gestörtes etwas. Nicht viel mehr. Sondern nichts.

Warum muss ich darunter leiden, während es dir nicht einmal auffällt? 


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