In Gesellschaft der Toten
Entspannt schlendere ich an den Gräbern vorbei. Welch Ironie, dass ich als lebendndiger erst freiwillig einen Friedhof betreten muss, damit ich zu ruhe kommen kann. Die
Angst, die Menschen vor Friedhöfen haben, werde ich nie verstehen.
Schliesslich liegen hier nur Tote. Tote können einem schliesslich nichts
mehr tun. Mühsam – es ist stockdunkel – lese ich im Vorbeigehen vereinzelt die Inschriften zu den Verstorbenen, gebe es aber mit der Zeit auf, da ich kaum die Hand vor meinen Augen erkennen kann. Ich fühle mich hier absolut wohl, auf eine seltsame art und weiß. Nennt mich einen Freak aber den verkörpere ich gerne. Ich bin gerne der Freak, der
schwarz gekleidet zu Schule geht, anders denkt und mich von der Masse
abhebend kleide, denke ich. Ja, ich liebe es. Ich bin gerne das komische
Mädchen, mit hang zum perfektionismus, Melancholisch, dunkelheit, mystischen und zugleich grußeligen dingen. Einzig allein was bleibt ist die Wut, der Selbshass auf mich selbst. Um geliebt zu werden, muss man sich selber lieben können und das kann ich nicht. Es scheint unmöglich. Manchmal frage ich mich, wie es wäre zu sterben. Ich frage mich, ob es arg schlimm ist und was danach ist. Jedoch zugegeben, habe ich mich schon früh damit auseinader setzen müssen, weil in meiner Familie einer nach dem anderen abgekratzt ist. Schlussendlich ist es mir scheiß egal, wann und wie ich abkratze. Ein Ast knackt unter meinen Füßen, durchbricht die anhaltene Stilledurchtränkte dunkelheit, als ich auf ihn drauf trete. Es scheint wie eine explosion im endlosen schweigen der Nacht. Vor mir liegt eine alte Friedhofsmauer, dahinter das nichts. Mit einem sprung sitze ich auf der kalten Mauer und setze mich so hin, dass ich den Gräbern und der Kirche – die sich hinauf in die weiten der Dunkelheit, fast schon bedrohent erhebt – den Rücken zuwende. Ich starre nun in das schwarze nichts. Meine Beine baumeln lässig über den Rand der brüchigen Mauer. Ich finde es fazinierend und doch zugleich unheimlich, die Vorstellung, wie viele Menschen hier schon Jahrhunderte vor mir waren, beerdigt und getrauert hier wurde. Angst vor dem Tod? Der Tod ist kein Feind, er ist dein Freund... Aber wenn er mir die Menschen, die ich liebe weg nimmt? Manchmal sehe ich mich vor meinen inneren Auge an einem dunklen Ort sitzen, verzweifelt und tränenüberströmt. Sie reißt an mir und zerrt mich nieder bis ich kapitulieren muss. Mir blind mit der Klinge ins Fleisch schneide. Ich möchte spüren, wie es vorbei geht. Nur so möchte ich von hier fort gehen. Ich hohle meinen iPod heraus, da mir die Stille langsam zuwider wird. Einsamkeit schleicht sich empor, was vielleicht nicht zuletzt an der Wahl meines Lieblingsortes liegt. Einsamkeit macht depressiv.
Sie zerstört.
Im Sommer, mitten in der Nacht, ist es hier viel angenehmer, nicht so klirrend kalt. Diese beißende kälte, ist seltsamerweise das einzige, was mir angst macht. Warum? WTF? Kein Plan! Ich grinse hämisch unerwidert in die Dunkelheit hinein. Mein schwarzes Pony schiebt sich dabei vor mein Auge und raubt mir die 'Sicht'. Ich Psycho.
Im Sommer, mitten in der Nacht, ist es hier viel angenehmer, nicht so klirrend kalt. Diese beißende kälte, ist seltsamerweise das einzige, was mir angst macht. Warum? WTF? Kein Plan! Ich grinse hämisch unerwidert in die Dunkelheit hinein. Mein schwarzes Pony schiebt sich dabei vor mein Auge und raubt mir die 'Sicht'. Ich Psycho.
Wahlos überlasse ich die Songauswahl dem Gerät und klicke auf Zufallswiedergabe. Mein iPod weiß immer besser, was ich hören möchte und bringt mich auf Sleep, einer meiner lieblingssongs, die ich im Schlaf rauf und runter kann. Die Musik übertönt nun die Stille und ich würde es nicht bemerken, würde ein verrückter, sich mir von hinter anschleichen und mir die kehle aufschlitzen, bevor ich nur schreien kann. Aber ich habe keine Angst. Ich meine, ich lebe hier am Arsch der Welt, umgeben von Idioten und intoleranten, spießigen Menschen, welche mich wahrscheinlich schief anschauen würden, wüssten sie, dass ich mich um kurz vor Mitternacht auf einem Friedhof aufhalte. Ich finde die Vorstellung, fast schon lustig, wenn hier nun ein später Spaziergänger vorbei kommt und mich leichenblasses etwas hier sitzen sieht. Das schreit doch nach Irrenanstalt, weil ich mich nicht wie jeder anderer Mensch um diese Uhrzeit in mein Bett zurückziehe, stattdessen auf der kalten Friedhofsmauer sitze und MCR höre. Nun ja, wie gesagt. Normale Menschen... Außerdem... Friedhof. Das steckt das Wort friedlich schon drinne und welcher Massenmörder würde sich sein Opfer schon auf einem Friedhof suchen, es sei den, wir reden von Zombies und "Friedhof der Kuscheltiere". Zu viele Horrorfilme angeschaut.
Ich seufze traurig auf, höre jedoch nur die Musik in meinen Ohren.
Ich habe Angst vor der Zukunft. Angst vor dem was kommen mag. Vor dem, was die Angst aus mir macht. Ich habe Angst vor den Gedanken und vor dem, was ich wegen ihnen mache. Und die Tatsache, dass ich durch diesen tristen, grauen Alltag und all dem anderen scheiß, die Lust am Leben völlig verloren habe. Wurde in dieses Leben gesteckt und darf nicht wieder gehen. Gefangen. Das schlimmste ist jedoch, dass ich alleine hier drin stecke. Es interessiert keinen und das vielleicht auch mit Recht.


weißt du wie gerne ich deine texte lese mhm.
AntwortenLöschendeine traurigen
zauberhaften
texte.
weil ich mich in so vielem wiederfinde.
du worte aussprichst
die ich nicht zusammen bekomme.
aber weißt du,
woran es liegt
dass ich nie einen text von dir
auf meinem dashboard finde?
liebe an dich ok.
bleib stark.
pass auf dich auf.
ich weiß nicht wie man das besser sagt.