Mittwoch, 27. Februar 2013

I've got a war in my mind

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Im Haus ist es so kühl und düster wie in einem Grab. Ich schaudere, als ich über die Türschwelle trete. Schlage die Haustür mit aller Kraft hinter mir zu, sperre den kalten Winter, den weisen Schnee hinter mir aus. Warte einen Moment und lausche. Alles ist still. Mein Vater ist arbeiten bis spät abends. Meine Mutter wird für die nächsten Wochen nicht Zuhause sein. Ich bin alleine.
Ich streife meine Umhängetasche ab und gehe in die Küche.

Dort öffne ich den  Kühlschrank und überfliege den Inhalt: Eine Flasche Ketchup, Brotaufstrich und eine einsame Zwiebel. Toll. Wann war hier jemand das letzte Mal einkaufen? Doch zugegeben, Hunger habe ich schon lange nicht mehr. Ich habe einfach das Interesse am Essen verloren. Mit ausdrucksloser Miene, Schließe ich den Kühlschrank wieder. Ungewollt kehre ich zu dem Punkt meiner Gedanken zurück. Sie hat sich nicht einmal verabschiedet. Nun gut. Was erwarte ich von ihr? Etwas, dass sie mir bescheid gibt, persönlich und zwar nicht nur per sms? Sich verabschiedet? Ja, soetwas in der Art dachte ich wohl.
Ich schüttle den Gedanken von mir ab. Nicht jetzt. Ob das alles jetzt gut oder schlecht ist, kann ich nicht einschätzen. Ich habe das Haus praktisch für mich alleine. Ich könnte den Weinvorat plündern, eine Hausparty schmeißen (ha ha. mit welchen Leuten den?) oder einfach unser Haus mitsamt mir selbst in Schutt und Asche legen. Doch das alles scheint mir nicht sonderlich geeignet, sieht man den Tatsachen in den Augen, dass ich überhaupt nicht alleine sein möchte. Ich bin immer alleine in meinem Zimmer. Habe jedoch die Gewissheit, das jemand in Raum nebenan ist, was die grausame Einsamkeit daran hindert mich mit Haut und Haaren zu verschlingen. Doch jetzt... jetzt kann sie nichts mehr von ihren Taten abbringen. Ich bin alleine, werde ihr zu Opfer fallen. Mir kommt etwas in den Sinn. Ich denke darüber nach, während ich die Treppen hinauf gehe, die Küche zurücklassen. Mir wird Schritt für Schritt bewusst, dass ich zur Einsamkeit verdammt sein muss. Ich wurde einsam geboren und wuchs einsam auf. Die Familie, die mich nie liebte. Schon im Kindergarten wurde ich von den anderen ausgeschlossen, selbst von den Betreuern. Die Erwachsenen belächelten mich immer nur. Die Freunde, die mich nie liebten. Nie! Jeder sagt, ich bin komisch.
Alle haben sie etwas an mir auszusetzten. Es war und ist immer dasselbe trostlose Spiel.
Ihr seid es, die mich in die Knie zwingen. Jeder einzelne. Ich schließe leise die Zimmertür hinter mir, schlurfe auf mein Bett zu, werfe mich darauf und rolle mich zusammen, schlinge meine Arme um mich. Leere…diese unerklärliche Leere in meinem Kopf.



Kommentare:

  1. Dass du komisch bist ist was Gutes! Wenn sie dich nicht für komisch halten würden, würde das wahrscheinlich heißen, du wärst einer von ihnen. Und so wie du sie beschreibst würde ich auch keiner von ihnen sein wollen.

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  2. Such dir doch selbst hilfe und zeig dir selbst das du dagegen ankämpfen kannst und auch da alleine raus kommst anstatt nur in deinen Sorgen und Ängsten zu versinken?
    ich weiß das klingt vllt hart aber genau das musst du machen dein Leben selbst in die Hand nehmen und dir Hilfe holen und dir eingestehen dass du wirklich welche benöigst.
    Kannst du ja mal drüber nachdenken und wenn was ist kannst du mir gerne schreiben:)

    Stay strong please. Lisa

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