Montag, 11. Februar 2013

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Ich schlurfe geknickt durch den weißen und ungeschmückten Flur des zweiten Stocks des Krankenhauses. Verließ die Intensivstadtion. Ich ertrage den Anblick von Oma nicht mehr. Wie sie so daliegt.. All die Geräte an ihr angeschlossen. Außerdem ist sie durch das Schmerzmittel so betäubt, dass sie uns kaum zu Kenntnis nahm. Kein Wunder. Ich habe fluchtartig den Raum verlassen, mit der Begründung mir die Beine zu vertreten. Stimmt ja auch teilweise. Und weil ich die befürchtung hatte, das mein Kreißlauf jede Sekunde schlapp machen könnte... Katastrophe!
Die Atmosphäre hier ist furchtbar bedrückend.
Außerdem riecht es immer nach Desinfektionsmittel und sterbenden Menschen. Nach dem Tod.
Man kann es drehen und wenden wie man es möchte. Dieses Krankenhaus ist ein trostloser Ort.

Murrend ziehe ich die Nase kraus.
Ich hasse die Blicke der Ärzte, wenn ich an ihnen und den Schwestern vorüber stapfte. Die tun gerade so, als sei ich die Kranke.
Ich erinnere mich noch, als Papa hier über zwei Monate lag. Die Schwestern kannten mich nach einiger Zeit. Immer diese Mitleidigen Blicke. Ich war diejenige, dessen Vater dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Gerade noch so. Ich bin dankbar, dass die Ärzte ihn zurück ins Leben holen konnten, keine Frage. Ich merke, selbst noch heute, wie mich der Gedanke nach fünf Jahren erschrickt, ohne Vater weiterleben zu müssen, wäre es soweit gekommen. Diese scheiß Zeit werde ich niemals vergessen. Wochenlang immer aufwachen mit der Angst, dass es zu spät wäre. Wochenlang allein schon beim klang des Telefons erstarren und hoffen, dass es Papa gut geht. Ein weiters mal würde ich das nicht aushalten. Niemals!

Ich störe mich nicht weiterhin an den Blicken. Gehe die Treppen hinunter in's Erdgeschoss, zielstrebig zum Ausgang. Keine Sekunde länger werde ich es hier aushalten. Es ist, als ob mich meine Vergangenheit wieder einholen würde. Als ich fluchtartig über die Schwelle nach draußen getreten bin, atme ich erst einmal tief ein. Ich stehe Minuten da, versuche meine Gedanke zu ortnen. Es ist kalt. Sicher, bin selbst schuld. Ich schaue an mir hinunter. Schwarze Hose, Nirvana Shirt, Lederjacke, Chucks. Ich schlottere mit den Zähnen. Kein Wunder, dass ich hier beinahe erfriere. Scheiß drauf!
Ich schrecke auf, als sich jemand neben mich an die kühle Wand lehnt. Als ich rechts von mir schaue, steht ein mir unbekannter Typ. Ich mustere ihn einen Augenblick. Kurze schwarze Haare, schwarz gekleidet, etwa mein Alter, jedoch fast zwei Köpfe größer wie ich. Ich mag Leute, die dunkle Sachen tragen. Die sind mir auf anhieb symphatisch. Ich störe mich nicht weiter dran. Richte meine Aufmerksamkeit der nicht weit entfernten Winterlandschaft von mir. Wenn er denkt sich ausgerechnet neben mich stellen zu müssen, bitteschön. Es dauert nicht lange und er zündet sich eine Zigarette an. Mich überrascht es nicht. Raucht heutzutage nicht fast jeder? Er bietet mir ebenfalls eine an. Kurz überlege ich anzunehmen, doch meine Mutter würde mich köpfen, wenn ich nach rauch stinkend vor ihre Augen trete. Ich lehne dankend ab. So kommen der Unbekannte und ich ins Gespräch. Ich schlucke hart, als er mir erzählt, dass seine Mutter wegen Krebs hier liegt. Armer Kerl. Am Ende tauschen wir Nummern aus, bevor sich unsere Wege trennen. Mir ist es egal, ob er sich meldet oder nicht, wie er es versprochen hat. Ich habe zurzeit wichtigere Dinge im Kopf.

Kommentare:

  1. Hier ist ein stolzer Nichtraucher !! :D

    Ja. Krankenhäuser haben wirklich was sehr bedrückendes und zum Teil auch einschüchternes.. Wenn man so drüber nachdenkt dass evtl jemand im Raum neben dir fast sterben wird.. Das ist nicht schön. Dennoch sind sie wichtig. Du merkst es ja selbst. :)

    Ha. Verehrer ! :P

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    1. Ich habs versucht mit dem Rauchen aber nachdem ich mich beinahe zu tode gehustet hätte... war ich festentschlossen Nichtraucher zu bleiben :D

      Irgendwie... unheimlich. Ja, in unserer Familie gibt es immer wieder solche Ausnahmem, die es schaffen gerade noch so nicht ins Gras zu beißen. Von daher haben Krankenhäuser auch etwas Positives an sich.

      Du immer mit deinem Verehrer da :P :)

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  2. hey, ich hab mein alten Blog gelöscht und einen neuen erstellt(: falls du bei meinem neuen Blog auch Leser werden möchtest, was mich sehr freuen würde; hier ist der link: live-uninspired.blogspot.com/

    xoxo Laura

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