Mittwoch, 6. Februar 2013

Vom Leben erschöpft, doch zugleich ruhelos





Gitarrenunterricht... Phillip hat mir heute, die mehr oder weniger schlechte Nachricht erteilt, dass er mich nicht mehr unterrichten kann, weil er ein Angebot bekommen hat in einem Musical mitzuwirken. Ich konnte mir gerade noch so die Frage verkneifen, was für eines. Ich freue mich für ihn, bin etwas traurig darüber, dass unser gemeinsamer Unterricht schon vorbei sein soll. Aber nun gut. Er hat außerhalb von seinem Job (geiler Job *-* will auch.) noch eine Familie, insbesondere zwei kleine Kinder. Da bringt er Familie, Musical und seine Schüler halt nicht mehr so unter einen Hut. Ursprünglich sollte März, April kein Unterricht sein. Doch nun übernimmt mich mein ehemaliger Lehrer wieder, sein Vater. Das heißt, ich kehre wieder zu meinen alten Wurzeln zurück, nur eben mit meiner E-Gitarre. Ich finde den Unterricht bei Philip sehr locker, es macht spaß, er hat sehr viel Ahnung von dem was er tut und gibt mir sehr hilfreiche Tipps. Außerdem hat er Musikgeschmack. Deshalb, bin ich wie gesagt schon etwas wehmütig, dass es bald endet, freue mich aber auch wieder auf meinen alten Lehrer, bei dem ich die letzten 2 1/2 Jahre war. Beide haben ihre Art zu unterrichten, ich werde diese Zeit ein kleinwenig vermissen. Ich war zwar nur ein halbes Jahr bei ihm, trotzdem habe ich ihm viel zu verdanken. Nun gut. Die Hauptsache ist der Unterricht findet statt und mein Gegenüber hat ne Ahnung vom Gitarre spiel. Ein weiteres Problem wäre, dass ich höchstwahrscheinlich Dienstag wieder nach der Schule meinen alten Termin aufnehme um 18 Uhr. Jedoch komme ich erst um kurz vor 18 Uhr heim. Das hieße, ich hätte knapp 10 Minuten Zeit um nachhause zu hetzen, meine Gitarre zu schnappen, nur um wieder mit dem nächsten Bus in die Stadt zu fahren. Da ich ja in der Mittagspause keine Gelegenheit habe nachhause zu kommen, Jimmy in die Schule mitzunehmen und nach der Schule in Gitarrenunterricht geht es nicht früher. Außerdem ließe ich Jimmy niemals alleine unter irgendwelchen IDIOTEN (!!!) von Schülern in der Schule rumstehen.
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Phillips lösung: Den Termin verschieben, sollte es gehen oder ich leihe mir die Gitarre dort aus. Wir klären das ende Februar alles noch Telefonisch ab. Zum letzteren Vorschlag: Nachdem ich bereits fast ein Jahr meine Epiphone Les Paul spiele (Ja, ich bin Gibson fan und nein: könnte ich mir solch eine wunderbare Gitarre leisten *-* hätte ich nicht den Ableger von Gibson genommen, nähmlich weil Epiphone dieser verdammt ähnlich ist, nur freundlicher zum Geldbeutel. Trotzdem, steht sie einer Gibson fast nichts nach. Für mich ist Jimmy PERFEKT) bezweifle ich, dass ich je wieder etwas anderes spielen kann. Meine Finger sind verdammt verwöhnt von dieser Gitarre. Das Monatelange sparen und arbeiten um meinen liebling hat sich definitiv gelohnt und ich berue es keine Sekunde. Es scheint mir nur nicht richtig, wenn auch nur für 30 Minuten, auf einer anderen Gitarre zu spielen, als mein Jimmy. Das ist... leicht übertrieben, wie fremdgehen.

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Morgen ist dieser dämliche, unnötige, verfluchte Kniggekurs. Das wird ein spaß! Besonders, da meine geliebten Jungs, das Talent haben, wirklich jeden Lehrer, sowie hoffentlich auch dieses blöde Weib auf die Palme zu bringen. Dienstag bin ich ihr mal kurz begegnet im Schulgebäude. Sie hat mich angegafft, wie als seie ich nich von dieser fuckin' Welt. Ich habe spontan beschlossen, sie zu hassen und morgen meinen spaß mit ihr zu haben, da sie anscheinend Probleme mit Menschen wie mir hat. Muhahahahahah...

Oma geht es wieder schlechter. Man sieht es ihr an wie sie leidet. Ich hörte sie weinen. Es tut so weh. Das schluchzen in meinen Ohren, war wie ein spitzer Pfeil, dessen spitze tief in mein Herz eindrang, es bluten lässt.  Nur mit extra viel überwindung schaffte ich es, nicht einfach in den Raum zu stürmen, sie ganz fest in den Arm zu nehmen. Ich wäre heute beinahe deswegen in Tränen ausgebrochen. Mum kann so... es bricht mir das herz wie sie manchmal Oma anschreit. Genauso wie sie es mit mir tut.
Oma weigert sich den Arzt anzurufen. Ich kann es verstehen. Sie wird 82 dieses Jahr und irgendwann hätte selbst ich die Schnauze voll, mich mit Medikamenten zustopfen zu lassen. So sehr ich diesen Gedanken hasse, ich muss damit rechnen, dass es langsam aber sicher dem ende zu geht. Ich spüre es einfach,  wenn ich diese alte gebrächliche Frau ansehe,  auch wenn ich weiß, was für ein lebensfroher Mensch sie immer war. Wenn es weiter so bergab geht... vielleicht lebt sie noch Jahre,  erlebt noch meinen 18 Geburtstag mit oder kann es in wenigen Monaten, Wochen, Tage schon zu ende sein. Ich möchte es nicht wissen, es nie erfahren müssen. Doch der Tod kommt eines Tages jeden holen. 
Ich stand an ihrem Bett, schaute in ihre herzlichen, braunen Augen.
Ich verabschiedete mich. Ein Abschied auf kurze Zeit. Was wenn es für immer ist?
Mir kam in den Sinn, dass es das letzte mal sein könnte.
Ich möchte die Zeit anhalten.
Ich verbot mir diesen bösen Gedanken, umarmte sie, bis Mum in's Zimmer stürmte, diesen Moment unterbrach und zum Aufbruch hetzte. Ich löste mich nur sehr ungern von ihr, verließ den Raum mit ungewissheit und traurigkeit im Herzen.


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