Mittwoch, 27. Februar 2013

Schwarzes Loch

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Mit rasender Geschwindigkeit rinnen die silbrigen Tropfen über die Fensterscheibe. Verzweifelt klammern sie sich noch am unteren Rand des kalten, metallenen Rahmens fest, ehe sie jeglichen Halt verlieren, der Gravitation nichts mehr entgegenzusetzen haben und in die Tiefe stürzen wie Tausende vor ihnen...

Wieder sitze ich verloren am Fenster. Ich beobachte wie Wasser die Glasscheibe hinuter läuft. Die Türen schließen sich, die Stimme aus den Lautsprechern säuselt etwas. Ich höre nicht zu. Es ist einer unserer Lehrer. Stattdessen setze ich meine Kopfhörer auf, schalte meine Musik ein und vergesse alles um mich herum. Erschöpft und fröstelnd rutsche ich tiefer in den Sitz und lehne meinen Kopf mit einem dumpfen Geräusch gegen die Scheibe.
 Das Eislaufen war meiner Meinung nach, die reinste Zeitverschwendung. Die Halle war überfüllt und man wartete ewig beim Einlass und beim Schlittschuh verleih. Zum Glück, hatte ich meine eigenen von Zuhause dabei. Das ersparte mir einiges an Stress. Fast kam es mir wie beim Einlass eines Konzertes vor. Alles war eng, drückte und zog sich wie Kaugummi lang. Das lag vorallem daran, dass noch weitere drei Schulen die Eishalle besuchten. Beim Eislaufen selbst, musste man aufpassen, dass nicht der nächstbeste überfahren wird. Es ließ sich nicht so ganz vermeiden, da ich, wie schon erwähnt, Unfälle magisch anziehe und somit einen Typ in meinem Alter rasant über den haufen fuhr. Wahnsinnig Peinlich, das immer soetwas mir passieren muss. Wäre fast schon romantisch gewesen, denn wie sich später herausstellte, war es ein 'Glückstreffer', da er Green Day und Nirvana Fan ist. Wie auch immer. Fuck it! Ich bin lebend raus gekommen hier, was ganz gut ist, da ich heute erfahren bzw. bestätigt bekommen habe, dass ich dieses Jahr nach Berlin darf. Das ganze ist so zustande gekommen, dass ich an einem Sozialen Projekt Teilnehme, worüber ich einen Zeitungsbericht, wann auch immer, schreiben muss. Nachdem, September 2013, geht es zu einem Kongress irgendwo in Berlin. Ich alleine, höchstwahrscheinlich mit meiner Mathelehrerin, weil sie mir das Angebot gemacht hat. Ich hab keinen Plan, was das genau ist, ich weiß nur grobes. Es ist ein wenig unheimlich, diese Vorstellung alleine mit einer Lehrerin etwas zu unternehmen. Aber hey: Ich schreibe gerne und ich liebe Berlin, also habe ich keinerlei Probelme damit mich auf etwas einzulassen. Näheres erklärt wird mir vor den Ostrferien.

Meine Gedanken schweifen von Berlin in die weite Leere.
Wieder beobachte ich wie hypnotisiert das Wasser an der Scheibe. Ich lehne meinen Kopf noch mehr gegen die kühle Fensterscheibe des Busses und starre nach draußen. Ich bin müde, so müde. 
Die Landschaft zieht an mir in sekundenschnelle vorbei, wie in Film der auf der Vorspultaste ist und nie enden würde. Zwischen den verschiedenen grautönen der trostlosen Landschaft mischte sich auch manchmal eindem dunklen grünbraunton, wenn wir in einem Wald vorbei fahren. Wieder wird mir bewusst, dass ich hier einfache nicht hin gehöre. Ich gehöre nirgends hin. Ich falle wieder. Zurück in ein schwarzes, tiefes Loch. Mir ist bewusst, umso länger ich mich hier unten der Dunkelheit aussetze, umso näher rückt mir der Tod. Mein Tod.

1 Kommentar:

  1. Richtig gut geschrieben... Ich liebe es deine Texte zu lesen *-*

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