Freitag, 8. März 2013

Schweigen


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Gedankenverloren wandere ich den Schulflur entlang, dicht an der Wand, den Blick auf keinen bestimmten Punkt gerichtet. Ich bin die Einzige hier. Schätze ich. Nachsitzen ist eben nicht vom Vorteil. (*hust* lange Geschichte) Ich hasse diese Lehrer, dieser Abschaum von Schule. Dass ich auch nie meine Fresse halten kann. Zwei Jahre. Das schaffe ich nicht.
Es ist ziemlich still. Das einzige was ich wahrnehme sind meine eigenen leisen Schritte, die sanft an den Wänden wiedergeben.
Plötzlich kommt er um die Ecke. Unaufgefordert, unangemeldet. Urplötzlich. Ich habe noch nicht einmal Zeit, um nachzudenken, was ich nun machen werde.
Verdammt! Was macht er ihr!?Ich werde panisch, als ich die Gestallt nur wenige Meter vor mir sehe.  Falscher Ort, falscher Zeitpunkt, falsches Leben. Der Idiot hat mir vor gut einem Jahr das Gefühlschaos des Lebens beschert, bis ich zum entschluss gekommen bin, dass ich die scheiß Gefühlte, die ich für ihn hatte, alles nur einbildung war. Ob das so richtig war, weiß ich bis heute nicht.
Mein Herzschlag scheint für einen Moment auszusetzen. Instinktiv versuche ich mich gerade zu halten, eine Hand fährt unbewusst durch mein kurzes Haar.
Wie sehe ich eigentlich aus? Typisch Mädchen. Nicht, dass ich ein typisches Mädchen wäre. Oh Gott nein, bloß nicht!
Bei dem Gedanken huscht für einen kaum wahrnehmbaren Augenblick ein verbittertes Lächeln über mein Gesicht. Unscheinbar. Hässlich. Ich verblasse in der Gegenwart anderer Mädchen.
Ich drehe mich abrupt um, als ich bemerke, dass er mich zu Kenntnis genommen hat, bevor ich mich in seine wunderbaren Augen verlieren kann. Nein. Nie wieder! Und wenn es den Tod bedeuten sollte. Niemals! Alte Gefühle werden aufgerüttelt. Ich bin geschockt, dass wir uns hier treffen. Vorallem aber verwirrt. Ich laufe fort wie immer. "Hey! Bleib doch stehen... bitte." Seine Stimme hallt mit einem fast schon verzweifelten unterton an den Wänden des Flurs wider. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Wunschdenken. Ha ha. Ich bleibe nicht stehen. Denke nicht im Traum daran. Ich laufe nur noch schneller davon. Genau das ist dein Ding. Feiges Miststück! Es bricht mir das Herz.
Wir wissen es beide, wir denken es beide, doch keiner traut es sich laut auszusprechen.
Nicht gut genug... Niemals gut genug für ihn, weder für andere Menschen!

Wie immer eigentlich, bin ich alleine Zuhause. Seit Wochen. Meine Familie sehe ich kaum noch. Alle mit sich selbst beschäftigt und meine Mutter wohnt hier momentan eh nicht mehr. Ich liege auf meinem Bett, staare etwas panisch die Wand vor mir an und kuschle mich in eine warme Decke. Ich zittere am ganzen Körper. Die Kälte ist so greifbar, dass man fast den Eindruck gewinnen konnte, dass sie leben würde.
Das hast du getan. Sie es dir an! Du kannst nicht mehr entfliehen! Deine Entscheidung steht!
Meine Gedanken machen sich selbstständig, kontrollieren mich, packen mich mit eisernern Händen.
Ein Schrilles Lachen erklingt in meinem Kopf. Ich presse mir die Hände auf die Ohren...

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