Donnerstag, 21. März 2013

once upon a time...

Als kleines Mädchen habe ich damals Märchen geliebt. Ich war von ihnen fasziniert. Ich weiß noch, wie mir meine Großmutter Stundenlang immer und immer wieder dieselben Märchen erzählt hat. Wie ich sie beinahe anbettelte, weiter zu erzählen, auch wenn ich die meisten Märchen schon auswendig konnte, hörte ich ihr immer aufmerksam zu. Ich saß auf ihren Schoß, kuschelte mich an sie, so dass mein Kopf in ihrer Halsbeuge lag. Dann legte sie immer eine warme Decke um uns beide, damit es noch gemütlicher wurde. Ihre warme Stimme, ihre Worte brachten mich in eine andere Welt, in der ich das Erzählte lebendig werden ließ. Genauso gut hätte diesen Part des Märchenserzählen auch mein Vater zu der damaligen Zeit übernehmen können, jedoch war ich der Meinung, nur meine Großmutter habe das Talent darin, die Märchen so zu erzählen, wie sie im Buche stehen. Ich liebte unsere gemeinsamen Tage, war richtig froh von meiner lieblosen Mutter fort zu kommen, bis mich diese wieder nach Hause schleppte. Das alles, hat mir geholfen stark zu bleiben. Märchen. Die schöne Seite der Realität. Es war mein Fluchtpunkt, wenn mir die reale Welt zuwider wurde. Im Märchen gab es fast immer ein Happy End. Mir hat das unglaublich Mut gemacht. Ich konnte daran glauben, dass es für mich gut ausgehen würde, egal, wie schlimm es gerade war. Jede möchte in einem Märchen leben. Das gute Ende ist vorausbestimmt und alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.Vergangenheit. Ich stehe mitten in der Realität. Bin Erwachsen geworden. Keine Zeit mehr für Märchen, alles gelogen, erfunden. Eine graue, kalte und trostlose Welt unter dem Schein eines Regenbogens. Schön geschriebene Worte, denen jeder hinter her lechzt. Doch der Schein, er trügt nur. Der Regenbogen unecht. Die Realität grausam.
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1 Kommentar:

  1. hmm dein text erinnert mich an ein zitat von taylor swift was bald in einem meiner gedichte vorkommen wird, ich schätze du wirst es lieben :D

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