Sonntag, 31. März 2013

Time Stands Still

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Überrascht zucke ich zusammen, als mich ein undefinibares Geräusch aus meinen Gedanken gerissen werde. Mein müder Blick, fällt auf das aufleuchtende Display meines Handys, das ohne jeglichen Grund neben mir liegt. Eine Nachricht. Ich habe völlig vergessen wie es ist Nachrichten zu erhalten. Mag verrückt klingen, ist jedoch so, wenn die Einsamkeit meine ständige Begleiterin geworden ist. Ich lege widerwillig mein Panem Buch beiseite, welches mich in den letzten fünf Stunden begleitet hat. Nachdem ich den Film gesehen habe, war ich schlussendlich so begeistert davon, dass ich mir sicher war, die Bücher sind lohnenswert. Und das sind sie definitiv! Eigentlich habe ich diesen trostlosen Ostersonntag nur mit lesen verbracht, nachdem mein Stapel Bücher von Amazon gestern morgen endlich gelifert wurde. Ich musste entsezt fetststellen, dass mein Bücherregal nun endgültig keinen Platz mehr bot für meine geliebten Neuankömmlige. Ich ignorierte die Mahlzeiten, verriegelte meine Zimmetür und kam nur aus meiner Höhle heraus, wenn ich es für nötig hielt. Die Familie will selbst an Ostern nichts von mir wissen, während ich von meiner Cousine erzählt bekomme, wie der Rest der Familie, meine Cousinen sich im stillen zusammen gefunden haben, einen schönen Nachmittag verbiringen und sich gegenseitig mit Geschenken überhäufen. Mich außen vor gelassen. Wie immer...
Tumblr_m4yjjhmm1f1qb5t88o1_1280_largeDie Nacht habe ich mit Lesen verbracht, nebenbei begleitet von Musik, die mir über die Stille hinweg hilft. Ich habe in den letzten Monaten völlig vergessen, wie schön es ist, einen Zufluchtsort außerhalb dieser Welt zu haben. Die Zeit scheint still zu stehen, während ich Wort für Wort, Zeile für Zeile in mich aufsauge, Bilder zu den zugehörigen Szenen in meinem Kopf herumwirbeln und doch vergeht sie grauenhaft schnell. Ich weiß noch, wie ich als kleines Mädchen, kaum vier, fünf Jahre alt von meiner Großmutter lesen beigebracht bekommen habe. Bevor ich überhaupt eingeschult wurde, hing ich mit meiner Nase hinter Büchern. Erst waren es Bilderbücher, mit sehr wenig Text. Dann folgten Kinderbücher mit extra großen Buchstaben, schlussendlich war ich die einzige in der ersten Klasse, die einigermaßen lesen konnte. Über die Jahre hinweg, entwickelte sich dann meine Büchersucht. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich meinen ersten Büchereiausweis bekam. Ich war fast jede Woche dort und verließ das Gebäude immer mit einem großen Stapel Bücher, den ich meist innerhalb einer Woche verschlungen hatte. Mein Leben bestand bis zu der siebten Klasse nur noch aus Bücher. Dann ließ es etwas nach wegen der Schule, neue interessen kamen hinzu aber es veränderte sich nicht viel. Meine Eltern konnten sich nur darüber wundern, wie man so schnell und vorallem viel lesen konnte. Meine damaligen Freunde verabscheuten alle das lesen, die Bücher, stempelten mich als Streber ab, nur weil ich gerne in meine Fantasie Welt versank. Das verstand keiner aber ich war zu Grundschulzeiten schon Außenseiter. Mir war es egal. Schließlich erbaute ich mir meine eigene Welt, eine viel schönere zwischen tausenden von Büchern und anderen Welten voller Fantasie.

Ich schüttle den Kopf darüber und versuche das Bild loszuwerden. Stattdessen lese ich die Nachricht auf meinem Handy und schalte es etwas deprimiert aus. Traurig, wenn man nur Nachrichten von der Telefongesellschaft bekommt.

1 Kommentar:

  1. ja das kenne ich! Ich kriege auch kaum sms'n außer von der telefongesellschaft ♥

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