Samstag, 16. März 2013

Wer braucht schon Schlaf?

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Salzige, heiße Tränen rennen über mein Gesicht. Wieder dieser altbekannte Traum. Weinend starre ich die Zimmerdecke an, zitternt, rolle ich mich zusammen.
Die letzten Wochen hatten an mir gezehrt. Es ist früh am Morgen. Unmenschlich für ein Wochenende.
Der Alptraum liegt mir noch in den Knochen. Ich kann mir nicht eingestehen, dass mich die Angst noch zu sehr beherscht. Niemand ist im Haus. Das weiß ich, ohne nachschauen zu müssen. Ich weiß auch, was heute auf mich zu kommen wird. Ein trostloser Samsatg, ein trostloser Abend. Und wieder klingelte gestern Abend mein Handy. Ich wurde eingeladen. Erneut um Platzhalter zu spielen. Ich gehe nicht mit, wenn ich wie immer die zweite wahl bin. Unerwünscht und fehl am Platz bin. Nur gebraucht werde, weil gerade niemand anders vorhanden ist. Kein anderer Idiot, als mich. Ich habe genug von der Einsamkeit. Genug von diesem Leben. Warum verschlafe ich nicht gleich den Tag? Jedoch weiß ich selbst, dass es nicht wieder möglich sein wird. Ich denke an das eben erlebte zurück. Es war so real. Manche mögen es nicht verstehen. Diese Träume. Doch in ihnen liegt so viel wahrheit. Es wird keiner verstehen. Ich habe genug davaon, nicht verstanden zu werden.

Ein dunkler Flur. Er erstreckt sich kahl vor mir. Zwei Türen führen in abgegrenzte Zimmer.
Eine brüchige Treppe am Ende ermöglicht den Zutritt zum höher gelegenen Stockwerk.

Ich sollte gar nicht hier sein. Warum? Weil das hier nur die reinste Hölle ist. Noch dazu nicht irgendeine, sondern meine ganz persönliche Hölle. Dabei hatte ich gehofft, nie wieder hier zu landen. Niemals wieder! Ich höre ein Flüstern, Stimmen, begleitet von lautem Kreischen.
Ich muss hier weg. Weiter gehen. Nun macht schon verdammte Beine. Schneller! Eine Tür. Soll ich? Was habe ich zu verlieren? Mein Leben? Dann erst recht. Ich zögere nicht. Ich drücke die Türklinke hinuter, trete ein. Dunkel, alles ist dunkel, als sei ich plötzlich erblindet. 
Doch... die geräusche, die mich in den wahnsinn getrieben haben, sind fort.
Endlich. Meine Sinne arbeiten auf hochturen, um das fehlenden Augenlicht auszugleichen. 
Der Boden ist kalt und rau unter meinen nackten Füßen. 
Spitze Holzspähne fressen sich gierig in meine Haut. Ich spüre den Sanften schmerz.
Die Blindheit macht mich verrückt, ängstigt mich.
dunkelheit.
umgeben von ihr.
angst beherscht mich. ich fürchte sie. 

Ich blinzle, versuche etwas zu sehen. Vergebens.
Die gewissheit nicht mehr alleine zu sein.
umhüllt meinen körper wie ein schwarzes netz.

Nirgends ein Lichtstrahl. Kein einziger.

Jemand reisst an meinen Haaren. Schlechter Atem streift mein Gesicht. 
Der Gestank lässt mich erzittern.
Pure Angst! Umpackt mich, umschlang mein Herz und hindert mich, richtig atmen zu können.

Weg! Weg! Weg! Hämmert es in meinem Kopf. Immer und immer wieder. Weg!

Doch nichts. Es gab keinen Ausweg aus diesem Alptraum, so scheint.

Meine Gedanken überschlagen sich, verwickeln sich und verstummen.

Die Dunkelheit lacht mich böse an. Ihr flüstern dringt an mein Ohr.
Der Griff um mich verstärkt sich. Ich spüre puren Schmerz.
Mein Körper ist taub, ich spüre mich selbst nicht mehr, habe das Gefühl mich zu verlieren.
Plötzlich erhellt sich alles. Die Dunkelheit weicht von mir, zieht sich aus mir zurück.
Das fürchterliche Licht brennt in meinen erschöpften Augen wie ätzende Salzsäure. 
Wie sie sich durchfrisst. Mich auffrisst. In sich verschlingt. Grausam.
Ich will vor explodierenden Schmerz aufstöhnen.
Ich bin zu erschöpft, habe keine Kraft mehr.
Mit Müden Augen beobachte ich unverständlich wie Blut auf die Fliesen tropft. 
Mein Blut.
Was?
Aber wie...?
Leuchtendes Rot verleiht den Fliesen weiß Farbe.
Blutrote Farbe wo keine sein sollte.
Alles verdreht und falsch, und ich inmitten 
der Falschheit, 
der Fehler,
nicht mehr als ein Stückchen Existenz,
das nicht gewollt ist,
ausgestoßen,
nicht geliebt wird von allen 
und sich selbst verloren hat.

Ihr versteht es immer noch nicht? Nun, das was mich verfolgt hat kein Verständnis.

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