Dienstag, 19. März 2013

Leise ächzend lass ich mich die kühle Wand hinunter gleiten, lehne den Kopf an die Wand, schließe meine schweren Augenlider. Wie Erholsam. Sekunden vergehen und ich genieße die Stille. Mir geht es nicht gut, dass merkte selbst mein Lehrer und sämtliche andere Mitschüler. Die hälfte des Tages ist geschafft. Drei Stunden, insklusive Mittagspause und ich bin erlöst. Ich überlege krampfhaft, ob es doch nicht besser wäre, den Nachmittagsunterricht ausfallen zu lassen, schließlich sind drei Stunden Geschichte nicht unbedingt erforderlich. Doch ich bekomme meinen Mund nicht auf, er ist trocken wie Wüstenstaub, mein Hals schmerzt, als würde ich versuchen Galsscherben qualvoll runter zu schlucken. Ich möchte jemand aus meiner Klasse bescheid sagen, dass ich nach Hause gehen werde, sie mögen doch bitte dem Lehrer bescheid sagen. Alles was jedoch meine Kehle verlassen möchte, ist ein winziges Pipsen. Super. Ich lasse den Kopf deprimiert hängen. Plötzlich überkommt mich ein Gefühl von Schwäche. Nein! Ich werde hierbleiben. Drei verdammte Stunden kann ja wohl nicht so schwer sein! Ich stehe zittrig - aber fest entschlossen - auf, halte mich an der Wand fest und sammle mich. Mein Kreislauf fährt Karusel.
Ich spüre ein Stechen und eine Welle der Hitze, die sich von innen ausbreitet.
Ich kann nichts mehr erkennen, alles ist verschwommen. Ich keuche auf. Was ist das? Mein Körper und mein Verstand sagen mir, ich solle mich wieder setzen, doch ich sage mir etwas ganz anderes, nähmlich durchzuhalten. Es würde eh kein Bus nachhause fahren. Versuche ich mir einzureden. Ich höre Schritte, die von den Wänden widerklingen, gemsicht mit dem gelächter einzelner Schüler aus der Unterstufe ein Stockwerk unter mir. Kurz darauf fürhe ich eine höchst sinnlose Diskusion mit einem Lehrer. Einer der wenigen, den es hier juckt, was die Schüler so treiben, wenn sie einsam, halb sterbend, in der Ecke sitzen.

Das ende der Disuksion war, ich solle zu einem Arzt gehen oder wenigstens nachhause. Natürlich ging ich keinen dieser Ratschlage nach, dazu bin ich einfach ein zu großer Sturkopf. Muss ich wohl von meinen Großeltern geerbt haben.

Letzte Nach durfte ich ausnahmsweise nicht mal mit nur 30 Minuten schlaf rechnen, sondern mit drei Stunden. Trotzdem fühl ich mich unverändert. Jede erdenklich Stelle an meinen Körper schmerzt und ich habe das Gefühl bis Ende der Woche lieg ich platt im Bett mit einer Grippe, da die gerade in unserer Klasse eh rum geht. Ich weiß nicht was mich wachhält. Und selbst wenn ich es wüsste, könnte ich es nicht aufschreiben, nein... nicht einmal daran denken.
Ob ich das Wochenende nun krank in meinem Bett verbringe, hinterm Schreibtisch sitze oder sonstige sinnlose aktivitäten, macht keinen unterschied zu meinen bisherigen Wochenenden. Wie lange ist sie nun schon weg? Drei, vier Wochen? Oder hat mich die Realität verlassen? Mir egal. Hauptsache ich muss nicht unter Menschen gehen. Mir egal, was die anderen sagen. Mein Bett ist immer noch der sicherste Ort auf der ganzen Welt. Ich werde die Woche überstehen und mich die restlichen zwei Wochen unter meiner Bettdecke verkrichen. Bloß keine Menschen. Egal wer... außer Dad. Ich halte das einfach nicht mehr aus... nähe. Ununterbrochene laute Stimmen, die auf mich einreden versuchen. Tausende Wörter die auf mich hinab regnen, nur ein Schweigen, welches keiner verstehen möchte.

Und wenn jemand in mein Zimmer käme und fragte, wie es mir ging. Ich würde lügen. Nur für sie werde ich lügen, damit ich niemand meine Probleme aufhalse und sagen:

„Es geht mir gut.“ 


 Tut mir leid, dass ich auf eure Kommentare nicht mehr antworte oder mich sonst wo melde. Ihr merkt es ja selbst. Es fordert mich schon extrem viel Kraft diesen Post hier zu schreiben. Hab euch trotzdem lieb♥

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