Montag, 25. März 2013

wilde zeiten

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Ich drücke einmal auf die Play Taste und die aggressiven Klänge meiner Musik, strömen durch die Kopfhörer in meine Ohren, wo sich der Klang mit meinem Gedankenschaos vermischt, versucht das Knäul von Gedanken aus meinem Hirn zu verjagen. Vergeblich. Eigentlich dienen die Kopfhörer nur zum Schutz. Schutz vor jeglichen Kontakt mit anderen Menschen. Vorallem, da ich seit Tagen mit keiner Menschenseele geredet habe. Seit Tagen Kontakt zu niemanden. Ob das gesund ist schert mich nicht. Es hat ja auch keiner versucht mit mir zu reden oder etwas zu unternehmen. Mich anzurufen, eine kurze sms schreiben oder mich aus meinem zimmer zerren. Sollen sich alle wundern, warum ich nur noch großteils in meinem Zimmer rum sitze und nicht mehr rede. Im Bus sitzen nur relativ wenige Leute. Ab und zu bleibt er auch stehen und es steigt jemand neues ein. Immer wieder stößt ein kalter Wind durch die Sitzreihen vom Schließen und Öffnen der Türen. Meistens sind es ältere Leute die den Bus betreten. Eine junge Frau setzt sich vor mich. Ich staare ihre Schuhe an. Gedankenverloren. Aus Langeweile? Ohne Grund? Ich kann es nicht sagen. Mich langweilt die Fahrt. Sie stieg eine Haltsestelle nach mir ein. Mitte zwanzig. Ich kenne die Frau nicht. Ich musste unwillig schmunzeln als sie den Bus betrat. Ihre Frisur sieht aus wie ein Staubwedel auf Exstacy. 
Sie scheint genauso verloren wie ich, wie sie mit leeren Blick aus dem Fenster schaut. Der Bus hält an einer Ampel. Unangekündigt bremst er ab, als das Licht auf Rot schwingt. Mein Körper schleudert im sitz leicht nach vorne, wieder zurück in das weiche Sitzpolster. Ich atme Hörbar aus. Ich hasse das Busfahrern, selbst nach fast über zehn Jahren. Ich spürte einen kleinen Windzug, als der Busfahrer das Gaspedal betätigte, durch die öffnung der Dachlucke. Die Fahrt geht weiter. Ich schaue erneut zu der Frau mit der Staubwedel Frisur. Der leere Blick starrte immer noch nach draußen ins Nichts. Was denkt sie gerade? Ich würde wohl einiges geben, um Gedankenlesen zu können. Das hat irgendwie etwas... Einige Strähnen meiner pechschwarzen Haare fallen mir ins Gesicht und gerade als ich diese hinters Ohr schieben wollte, stoppte der Bus erneut ruckartig. Das hat zur Folge, dass ich mit meinem Kopf volle Wucht gegen den Vordersitz knalle und anschließend fast zu Boden falle. Scheinbar bin ich die einzige, die dieses vergnügen mit dem Vordersitz bekommt, da mein lautes Fluchen im ganzen innenraum zu hören ist. Die Fahrt beginnt erneut, während in meinem linken Ohr immer noch die Musik klingt, wobei die Kopfhörer mir beim Fahrstil des Busfahrers alle zwei Minuten kurz davor waren, wieder herauszuspringen. Mein Spiegelbild im Fenster blickt mir entgegen, während sich im Hintergrund die Umgebung in lange Striche verwandelte und dir in bunten Streifen folgte. Ich höre einige Autohupen, als der Busfahrer - wohlbemerkt fluchend - mit dem Bus im GTA-Style den Weg durch den dichten Nachmittagsverkehr verschafft, während ich weiter hinten ordentlich durchgerüttelt werde und versuche mein - nicht vorhandenes - Mittagessen bei mir zu behalten. Ich kann es mir bildhaft vorstellen, wie der alte Mann hinterm Steuer sitz, scharf auf die Straße blickt und dabei ist alles umzufahren, was nicht bei drei auf dem Bäumen sitzt, begleitet von seinem wahnsinnigen Lachen. Hilfe?! Die 15 Minuten Fahrt dehnten sich ins unermessliche, nachdem der großteil des Verkehr überwunden ist. Sogar ohne jemanden über den Haufen zu fahren. Er biegt in meinen Heimatort ein. Noch eine Haltestelle. Der Busfahrer hällt schlagartig an und ich taumele ein Stück nach vorne, ehe ich zum Stillstand zurück in den Sitz gedrückt werde. Mein Stichwort! Obwohl es mir relativ egal ist, ob ich mich nun selbst umbrige oder als Fahrgast zu Tode gefahren werde, schließlich erleichtert es mich, zu sterben, ohne dass ich mir die Hände schmutzig machen muss zuvor...
Raus hier!!



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